Flughafen BER : Neuer Eröffnungstermin ist kaum zu halten
10.06.2012 17:52 UhrFür den Flughafen bricht wieder eine Woche der Wahrheit an. Nicht nur, dass am heutigen Sonntag erstmals Anwohner von Schönefeld und Tegel gemeinsam gegen die Flughafengesellschaft demonstrieren, diese muss auch den Firmen Bosch und Siemens die überarbeiteten Pläne zur Entrauchungsanlage des neuen Terminals vorlegen. Nur dann ist es möglich, wie vorgesehen die Arbeiten bis zum Ende des Jahres abzuschließen.
In der Vergangenheit hatten die Firmen geklagt, dass sie Pläne zu spät, unvollständig oder mit vielen Änderungen erhalten hätten. Der Bau geriet ins Stocken, die für den 3. Juni geplante Eröffnung musste verschoben werden.
Doch auch der neue Termin 17. März 2013 gilt als unsicher. Fachleute zweifeln, dass die Zeit reicht, die Probleme zu lösen. Nicht nur die Entrauchungsanlage, die nach Angaben der Planer weltweit zu den kompliziertesten gehört, funktioniert nicht. Im Probebetrieb hat es Ausfälle an Check-in-Schaltern gegeben; auch Gepäck landete nicht immer dort, wo es ankommen sollte.
Der vom Aufsichtsrat unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) beschlossene Eröffnungstermin 17. März ist so „ambitioniert“, wie es zuvor der 3. Juni war. Wieder gibt es nach Angaben der Planer keine zeitlichen Puffer. Den Terminplan hat man an den Bauarbeiten ausgerichtet und dann die Zeit für die Abnahme durch den Tüv, die Genehmigung durch das Bauordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald und den erforderlichen Probebetrieb hinzugeschlagen. Da der Flughafen zudem nicht in den Osterferien in Betrieb gehen sollte, fiel die Wahl auf den 17. März.
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Nach Abschluss der Bauarbeiten, zu denen auch die Tüv-Abnahme der einzelnen Komponenten gehört, prüft der Tüv dann im Auftrag der Flughafengesellschaft das Zusammenspiel aller Bereiche, Wirkprinzipprüfung genannt. Kontrolliert wird dabei zum Beispiel, ob beim Auslösen eines Brandmelders sich die vorgesehenen Klappen in den Abzugskanälen oder die Türen wie erforderlich öffnen oder schließen. Rund 500 verschiedene Szenarien soll es geben. Für diese Prüfung hat der Tüv nach Angaben von Sprecher Hartmut Müller-Gerbes rund vier Wochen angesetzt. Stellt sich heraus, dass nachgearbeitet werden muss, kann sich die Abnahme aber verzögern. Mitte Januar soll nach den Plänen der Flughafengesellschaft die Abnahme durchs Bauordnungsamt beginnen, was auch mehrere Wochen dauern kann und die Tüv-Abnehme voraussetzt. Anschließend findet ein weiterer Probebetrieb mit Komparsen statt – zum ersten Mal baustellenfrei. Nach dem Zeitplan bleiben dafür rund vier Wochen. Ursprünglich wollten die Planer mindestens ein halbes Jahr üben; der Probebetrieb hatte im vergangenen November noch auf der Baustelle begonnen, weil sich die Arbeiten verzögert hatten. In Frankfurt/Main, wo der Flughafen im Herbst ein weiteres Terminal in Betrieb nehmen will, sind Probedurchläufe vom 9. August bis zum 27. September vorgesehen. In Berlin halten die Planer die jetzt noch zur Verfügung stehenden vier Wochen für ausreichend. Man habe schon seit November Probebetrieb-Erfahrung.




























