Flughafen Berlin-Brandenburg : Es brennt nicht nur beim Brandschutz
10.05.2012 00:00 UhrDer Senat lehnt die Übernahme der Verantwortung für das Flughafendesaster ab. „Das ist keine politische Entscheidung“, sagte Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung. „Ich wundere mich auch über das späte Eingreifen des Vorstands der Flughafengesellschaft.“ Gerüchte, der Brandschutz sei nur eine vorgeschobene Ursache für die Terminverschiebung, wies Müller zurück. „Nach meinem Kenntnisstand ist der Brandschutz der einzige Grund.“ Insider allerdings sehen das anders und nennen weitere unvollendete Baustellen am neuen Flughafen.
Brandschutztüren
Besonders heikel war das Problem mit den Brandschutztüren. Diese müssen auch über die Brandschutzanlage zentral gesteuert werden, was noch nicht funktioniert haben soll. Der Flughafen wollte deshalb nach Angaben des Landrates von Dahme-Spreewald, Stefan Loge (SPD), befristet zusätzliches Personal für die Zeit nach der Eröffnung einstellen, um die rund 3000 Türen zu bedienen. „Das kann mal passieren bei einer Wartung oder einem Tag der offenen Tür. Aber das darf kein Dauerzustand sein“, sagte Loge. Alles, was über einen Tag hinausgehe, sei nicht genehmigungsfähig.“
Was die Berliner über die verspätete Eröffnung sagen
Kopfschütteln über BER-Debakel
Bereits am 4. April hatte die Flughafengesellschaft den entsprechenden Antrag auf „Nutzung vor Fertigstellung“ gestellt. Die kann aber laut Bauordnung nur erteilt werden, wenn „wegen der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung Bedenken nicht bestehen“. Daher hält Loge, dessen Baubehörde mit bis zu sieben Mitarbeitern in einem Container auf der BER-Baustelle vertreten ist, die Verschiebung des Eröffnungstermins für richtig. „Alles andere wäre unverantwortlich, daher war es eine ehrliche Entscheidung. Diese Variante ist ein Kompromiss vor dem Super-Gau“. Dann hätte er „auf der Zielgeraden sagen müssen, ich gebe das Ding nicht frei“.
So soll der Airport aussehen, wenn er fertig ist
Computerprogramme
Kabel sind gelegt, Rechner angeschlossen, Programme eingegeben. Aber das elektronische System, an das am Flughafen so gut wie alle Bereiche angeschlossen sind, läuft nicht rund. Nach Angaben von Insidern gibt es immer noch eine extrem hohe Absturzquote. Dies führt dazu, dass es Staus beim simulierten Einchecken ebenso gab wie Störungen beim Öffnen der Türen. Die Anlage soll es unter anderem schaffen, nur diejenigen Türen zugänglich zu machen, durch die Passagiere nach dem Verlassen des Flugzeuges gehen dürfen. Dabei muss auch noch unterschieden werden, ob die Fluggäste kontrolliert werden müssen oder nicht. Derzeit öffnen und schließen die Türen aber häufig nicht wie vorgesehen. Von 100 vorgesehenen Prozessen funktionieren derzeit nach Angaben von Insidern lediglich 50 bis 60 Prozent; zu wenig, um einen Flughafen reibungslos am Laufen zu halten. Hier seien rechtzeitige Abstimmungen versäumt worden, die für das System unbedingt erforderlich seien.






























