Flughafen-Chef Mühlenfeld : Termin für BER-Eröffnung erst nach Berlin-Wahl

Wann der BER eröffnet? Erst nach der Berlin-Wahl am 18. September werde der Termin genannt, kündigte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld am Montag an.

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Flughafenchef Karsten Mühlenfeld steht im vergangenen Oktober im Terminalgebäude des BER.
Flughafenchef Karsten Mühlenfeld steht im vergangenen Oktober im Terminalgebäude des BER.Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Stunde der Wahrheit erst nach der Berlin-Wahl im September? Flughafenchef Karsten Mühlenfeld will erst im Oktober mitteilen, ob der BER 2017 oder erst 2018 eröffnet werden kann. „Vor Oktober brauchen wir uns nicht festzulegen. Und vorher legen wir uns auch nicht fest“ sagte Mühlenfeld am Montag vor 150 Unternehmern aus Berlin beim Wirtschaftspolitischen Frühstück der IHK. So sei es mit den Airlines verabredet. Und dabei bleibe es.

Man arbeite weiterhin darauf hin, den BER bis Ende 2017 zu eröffnen, betonte Mühlenfeld. „Wir sehen noch eine Chance“, so der Flughafenchef. „Ob es klappt, werden wir dann im Oktober entscheiden.“ Er fügte hinzu: Ob es 2017 oder Frühjahr 2018 werde, „ist am Ende eigentlich egal.“

Den Einwand, dass es um Geld der Steuerzahler gehe, wies Mühlenfeld zurück. „Diese Aussage ist nicht korrekt.“ Nach seinen Worten bekomme der Flughafen lediglich Darlehen von den drei öffentlichen Eignern, „die wir ab 2020/2021 auch zurückzahlen werden.“

Vor allem die BER-Terminaussage des Managers der staatlichen Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, die den beiden Bundesländern und dem Bund gehört, kollidieren mit einer Ankündigung des Berliner Regierungschefs und BER-Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Müller (SPD). Der hatte im Abgeordnetenhaus jüngst zugesichert, dass sobald Klarheit bestehe, dass 2017 nicht geschafft werden, dies auch mitgeteilt werde.

Immer wieder Probleme mit dem Brandschutz

Wie berichtet, gibt es akute Brandschutz- und Genehmigungsprobleme um den Übergang zwischen Terminal und Tiefbahnhof, die einen BER-Start nach Tagesspiegel-Recherchen vor 2018 praktisch unmöglich machen. Um die zu klären, hat Müller für kommenden Montag beteiligte Behörden, Deutsche Bahn und Regierungen zu einem Spitzentreffen geladen.

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Unterdessen wies der Landkreis Dahme-Spreewald erneut darauf hin, dass der Flughafen noch keine genehmigungsfähigen Antragsunterlagen für die ausstehende Baugenehmigung eingereicht habe, daher keine Bearbeitung und Entscheidung möglich sei. Der Baubeigeordnete und Vize-Landrat Chris Halecker (Linke) sagte nach einem Bericht  der „Lausitzer Rundschau“ jetzt im Kreistag: „Ein leerer Aktenordner ist keine Genehmigungsunterlage.“ Man werde dies beim Spitzentreffen vortrage.  

Mühlenfeld mahnt bessere Infrastruktur an

Mühlenfeld ging auf diese Probleme auf der BER-Baustelle vor den Berliner Unternehmern nicht ein. Dafür  mahnte der Flughafenchef in einem ausführlichen Vortrag eine bessere Infrastruktur- und Ansiedlungspolitik in der Hauptstadtregion an, die es bisher nicht schaffe, große Industrieunternehmen hierhier zu holen.

Konkret müsse etwa die Straßenanbindung für den BER dringend verbessert werden. Er nannte den Ausbau des Tempelhofer Damms, aber auch bessere Zufahrten auf die Stadtautobahn. „Ich warte auf den Tag, an dem die Bundespolitiker alle mit der S-Bahn zumFlughafen fahren, weil man anders dort nicht hinkommt“, sagte Mühlenfeld. Einzige Ausnahme sei die Kanzlerin, „die kann vielleicht den Hubschrauber nehmen.“


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