Flughafen-Eröffnung erneut verschoben : Mit dem BER ist kein Start zu machen

Zum vierten Mal muss die Eröffnung des Flughafens wohl verschoben werden. Die Wirtschaft: entsetzt. Die Politik: verstummt. Die Kunden: ratlos.

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Landen verboten. Das Kreuz auf der neuen Bahn in Schönefeld soll Piloten signalisieren, dass die Piste nicht in Betrieb ist. Daran wird sich vorerst auch nichts ändern. 
Landen verboten. Das Kreuz auf der neuen Bahn in Schönefeld soll Piloten signalisieren, dass die Piste nicht in Betrieb ist. Daran...Foto: dpa

Das Warten geht weiter – und auch die Geheimniskrämerei: Die Eröffnung des künftigen Berliner Großflughafens ist erneut verschoben worden. Weder Fluggesellschaften noch Passagiere können sich auf einen Eröffnungstermin einstellen. Sommer oder Herbst 2013 wird es nach Tagesspiegel-Informationen wohl werden. Den genauen Tag wollen die Planer erst auf der übernächsten Sitzung des Aufsichtsrates am 14. September mitteilen. Bereits am morgigen Donnerstag tagt das Gremium.

Ursprünglich hätte der neue technische Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Horst Amann, dann mitteilen sollen, ob der bisherige Termin – der 17. März 2013 – noch zu halten sein könne. Amann überprüfe derzeit den Eröffnungstermin, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Derzeit gebe es keinen neuen Erkenntnisstand. Geplanter Eröffnungstermin sei weiter der 17. März.

Die Lufthansa drängt darauf, endlich einen Termin zu erhalten, der dann auch eine Eröffnung mit der erforderlichen Qualität ermögliche, sagte Oliver Wagner, der für die Berlin-Planung des Konzerns zuständig ist. Air-Berlin-Sprecher Uwe Berlinghoff sagte am Dienstag nur, von einer erneuten Terminverschiebung wisse er nichts. Und zu Spekulationen wolle er sich nicht äußern. Die angeschlagene Fluggesellschaft muss ihr für den BER-Flughafen vorgesehenes Erweitungsprogramm in Tegel absolvieren, obwohl der Flughafen darauf nicht ausgerichtet war.

Das Flughafen-Debakel in Bildern:

Das Debakel um den neuen Flughafen in Bildern
Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Am 24.05.2013 wies er jedoch eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung des Eröffnungstermins im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses von sich. Doch nun, Mitte Dezember ist sein Comeback als Aufsichtsrat sicher.Weitere Bilder anzeigen
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13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

Die Sprecher der Länder wollten die Eröffnungsverschiebung nicht bestätigen. Doch die Berliner Wirtschaft zeigte sich extrem alarmiert über die erneute Verschiebung des Eröffnungstermins. Indirekt deutete die Industrie- und Handelskammer an, dass sie personelle Konsequenzen erwartet. „Sollte sich die erneute Verzögerung bestätigen, erschüttert dies nochmals erheblich das Vertrauen gegenüber dem Vorsitzenden der Geschäftsführung.

Flughafen-Chef Rainer Schwarz (v. l. n. r) und die Vertreter des BER-Aufsichtsrats – Rainer Bomba (Bund),  Klaus Wowereit (Berlin) und Matthias Platzeck (Brandenburg) – müssen eine Lösung finden.
Flughafen-Chef Rainer Schwarz (v. l. n. r) und die Vertreter des BER-Aufsichtsrats – Rainer Bomba (Bund),  Klaus Wowereit (Berlin)...Foto: dpa

Inzwischen würde damit der Belastbarkeit von Zusagen durch Herrn Schwarz jegliche Grundlage entzogen“, sagte IHK-Präsident Eric Schweitzer dem Tagesspiegel. „Umso mehr ist es essenziell, dass der neue Termin, der von Herrn Amann zu benennen ist, auch eingehalten wird. Nur so erhalten die Gewerbetreibenden vor Ort und die Berliner Wirtschaft die dringend benötigte Planungssicherheit“, fügte er mit Blick auf den neuen Technik-Geschäftsführer hinzu. Insider rechnen damit, dass demnächst auch Schwarz gehen muss – mit einer hohen Abfindung.

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