Flughafen Schönefeld : Neue Zweifel an BER-Eröffnung 2016

Ein leitender Mitarbeiter warnt: Die geplante Inbetriebnahme des neuen Flughafens ist „akut gefährdet“. Der Aufsichtsrat fordert von Mehdorn „umgehend“ einen Zeitplan - erfolglos.

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Alles beim Alten. Am alten Flughafen Schönefeld geht der Verkehr weiter - am BER ruht er möglicherweise noch länger als bislang bekannt.
Alles beim Alten. Am alten Flughafen Schönefeld geht der Verkehr weiter - am BER ruht er möglicherweise noch länger als bislang...Foto: dpa

Schönefeld - Das Rätselraten um den Eröffnungstermin des BER-Flughafens geht weiter. Jetzt hat ein leitender Mitarbeiter in Briefen an die Aufsichtsräte darauf hingewiesen, dass aus seiner Sicht die erwogene Inbetriebnahme im Jahr 2016 „akut gefährdet“ sei. Vor allem auch durch Flughafenchef Hartmut Mehdorn. Die Stimmung unter den Mitarbeitern sei durch „Beratungsresistenz, verstärkte Hierarchisierung, Resignation und Kritiklosigkeit“ gekennzeichnet. Fehlentscheidungen würden nicht revidiert, sondern als Beleg für Führungsstärke bis zum Ende durchgesetzt. Ein Sprecher wollte sich dazu – wie üblich – nicht äußern.

Verfasst hat den Brief, wie ein Aufsichtsrat bestätigte, der Leiter des Bereichs „Real Estate Management“ am BER, Harald Siegle. Die Abteilung ist für die Vermarktung der Immobilien am Flughafen zuständig. Pikant dabei ist, dass Siegle in dem Schreiben die Aufsichtsräte darauf hinweist, dass Mehdorn den Bereich kurzfristig auflösen und aufteilen wolle. Dies gefährde „eine betriebssichere und rechtzeitige Inbetriebnahme.“ Seine Kritik hat Siegle auch in einem Schreiben an Mehdorn zusammengefasst, das er ebenfalls an die Aufsichtsräte schickte. Wie Mehdorn war Siegle einst auch bei der Deutschen Bahn beschäftigt.

Aus dem Aufsichtsrat hieß es zu den Schreiben, an Spekulationen wolle man sich nicht beteiligen. Man erwarte, dass Mehdorn umgehend einen Terminplan vorlege. Mehdorn will sich bisher aber erst festlegen, wenn sehr wahrscheinlich ist, dass der von ihm genannte Termin dann auch eingehalten werden kann. Das kann nach Mehdorns Ansicht frühestens ein Jahr vorher sein. Die „zügige, sichere und verlässliche Inbetriebnahme“ stehe im Zentrum, sagte Flughafensprecher Lars Wagner.

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