Flughafen : Was Diepgen und Henkel zum BER-Desaster sagen

Eberhard Diepgen und Hans-Olaf Henkel waren vor den Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses zum Flughafen-Desaster geladen. Was sie zu sagen hatten - und wie der frühere Aufsichtsratschef Henkel von einer "Schlangengrube" sprach.

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Eberhard Diepgen, ehemaliger Regierender Bürgermeister, war vor den Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses zum Flughafen-Desaster geladen.
Eberhard Diepgen, ehemaliger Regierender Bürgermeister, war vor den Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses zum...Foto: dpa

Schlechte Nachrichten sollen in der Flughafengesellschaft unerwünscht gewesen sein; die Verschiebung des Eröffnungstermins war damit ein Tabu-Thema. Dieses Fazit zog am Freitag der ehemalige Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, Hans-Olaf Henkel, als Zeuge im Flughafen-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses, der sechs Stunden tagte. Der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie leitete das Gremium von September 1994 bis zum Juni 1996 – und habe es dann frustriert verlassen, wie Henkel jetzt sagte.

Wenn erst wenige Wochen vor der damals noch für den 3. Juni 2012 geplanten Inbetriebnahme des neuen BER-Flughafens eingestanden werden müsse, dass der Termin nicht zu halten sei, müsse auch in der internen Kommunikation etwas falsch gelaufen sein. Ein Nachteil sei dabei gewesen, dass der inzwischen freigestellte Chef Rainer Schwarz nur „Sprecher“ der Geschäftsführung gewesen sei – mit einem gegenüber einem Vorsitzenden stark eingeschränkten Verantwortungsbereich. Intensiv beschäftigte sich der Ausschuss erneut mit der Frage, wie es zur Entscheidung für Schönefeld gekommen war. Der Aufsichtsrat sei zu Beginn der 90er Jahre eine „Schlangengrube“ gewesen – in der jede Gruppierung ihre Interessen vertreten habe, sagte Henkel. Im Mai 1996 entschieden sich die Gesellschafter für Schönefeld.

Dies sei keine Willkür gewesen, sagte der ebenfalls als Zeuge geladene damalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU), sondern ein mehrjähriger Abwägungsprozess. Klar sei ihm damals gewesen, dass man dann beim Lärmschutz nicht kleckern, sondern klotzen musste. Diepgen kritisierte den Versuch der inzwischen abgelösten Geschäftsführung, den Lärmschutz einzuschränken.

Auf den nächsten Sitzungen wolle sich der Ausschuss vor allem mit der Festsetzung der Flugrouten befassen, kündigte der Vorsitzende Martin Delius von den Piraten an.

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