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Flughafen wird Open-Air-Arena : An einem Wochenende: Die Ärzte und die Toten Hosen rocken Tempelhof

09.11.2012 22:48 Uhrvon und
Beste Band der Welt. So nennen sich die Ärzte – Rod González , Bela B. und Farin Urlaub – jedenfalls selbst. Foto: Nela KönigBild vergrößern
Beste Band der Welt. So nennen sich die Ärzte – Rod González , Bela B. und Farin Urlaub – jedenfalls selbst. Foto: Nela König

UpdateDie Ärzte und die Toten Hosen spielen im August 2013 auf dem Flughafen Tempelhof - am selben Wochenende. Und Pink Floyds Roger Waters kommt ins Olympiastadion zum Freiluftkonzert.

Gefeiert wurde ja schon viel im ehemaligen Flughafen Tempelhof, allein 20 000 Besucher rockten beim Berlin Festival Anfang September. Doch das ist nichts gegen das, was Konzertfans und Anwohner im kommenden August erwartet. Erst spielen die Punkrocker der Toten Hosen auf einer Bühne vor dem Flughafengebäude. Dann übernehmen Die Ärzte für ein Doppelkonzert an den beiden folgenden Tagen. 40 000 Besucher sollen an jedem der drei Abende kommen, es wäre ein neuer Konzertrekord auf dem Gelände, das erstmals auch für Einzelkonzerte freigegeben wird. Doch das ist noch nicht alles: Roger Waters, einstiger Kopf von Pink Floyd, bestätigte am Freitag, dass er im September seine Liveshow „The Wall“ im Olympiastadion präsentieren wird.

Mit den Ärzten und den Toten Hosen treten die erfolgreichsten deutschen Punkrockkapellen an einem Wochenende auf. Bela B., Rod Gonzales und Farin Urlaub haben sich den 10. und 11. August gesichert; das Doppelkonzert ist Teil der „Ärztivals“, einer Mini-Festival-Tour mit 16 Terminen, bei der die Berliner „einige ihrer Lieblingsbands“ mitbringen, wie es heißt. In Wien sind das zum Beispiel die US-Rocker „Nofx“ und die deutsche Rockband „Donots“. Wer beim Heimspiel in Tempelhof dabei sein wird, ist noch offen.

Am Freitag vor den Ärzte-Shows laden die „Toten Hosen“ um Frontmann und Teilzeitberliner Campino zur „Grillparty“. Statt Wurst und Bier, wie sie bei gutem Wetter tausende Berliner vor der Kulisse des Flughafens genießen, dürfte es aber eher zahlreiche Hits wie „Kauf mich“ und „Tage wie diese“ geben. Und wer keine Karte mehr bekommt, verbringt den Abend einfach auf dem benachbarten Flugfeld. Dass beide Bands an einem Wochenende auftreten, ist kein Zufall. „Das war schon geplant, man kennt sich ja gut“, heißt es von der Plattenfirma der Toten Hosen. Beide Bands spielten bereits im Jahr 2000 gemeinsame Shows, als sie unter anderen Namen geheime Gigs in kleinen Clubs gaben. Die einstigen Rivalen schätzen sich längst sehr. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja auch im August auf dem Flugfeld einen überraschenden gemeinsamen Auftritt.

Was die Anwohner dazu sagen, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich sei man für Konzertanfragen offen, hieß es bei der Tempelhof Projekt GmbH, aus Rücksicht auf die Anwohner solle es aber nicht jedes Wochenende Open-Air-Konzerte geben. Für die drei nun angekündigten Konzerte habe der Bezirk bereits eine Ausnahme zur Beschallung bis nach 22 Uhr erteilt.

An regelmäßigen Lärm gewohnt sind die Anwohner des Olympiastadions. Doch so spektakulär wie am 4. September des kommenden Jahres geht es auch hier nicht allzu oft zu. Obwohl das Stadion erst vor acht Jahren runderneuert wurde, wird die Arena wieder zur Baustelle. Eine Riesenmauer wird im Innenraum hochgezogen, haushoch und imponierend, doch keine Sorge: Ausgeführt wird sie nur in Leichtbauweise – und am selben Abend wieder eingerissen. Der Baumeister heißt natürlich Roger Waters, ehemals Kopf von Pink Floyd und Rechteinhaber für deren Mammutwerk „The Wall“, das man ohne weiteres als Meilenstein der Rockgeschichte bezeichnen kann. Im September 2010 war er mit dem aufwendigen Spektakel von Toronto aus zu einer Hallen-Welttournee aufgebrochen, die ihn im Juni 2011 auch für zwei Abende in die Berliner O2 World geführt hatte.

Waters kommt Monate nach den Konzerten von Depeche Mode (9. Juni) und Bon Jovi (18. Juni) ins Olympiastadion. Den Open-Air-Sommer komplettieren die Lokalmatadoren von Seeed, die am 23. und 24. August in der Wuhlheide auftreten. Die Terminierung von „The Wall“ am Ende der Freiluft-Saison hat einen guten Grund: Es soll dunkel sein, wenn die 120 Meter lange und 12 Meter hohe Mauer gebaut wird. Nur so kommen die optischen Finessen der Show wirklich zur Geltung, die Filme, Zeichentricksequenzen, Videos, Farbspiele und Monstermarionetten, auch der ganze Zauber der Laser- und Pyrotechnik, ohne die die opernhafte Inszenierung doch nur halb so schön wäre. Und zum Verstehen der – teilweise autobiografischen – Story um den von allerlei Kummer geplagten Rockstar Pink, der sich in immer groteskeren, schon faschistoiden Fantasien von der Welt abkapselt, sich gleichsam einmauert, sind die vor dem Publikum bombastisch entworfenen Bilder unabdingbar.

Berlin wird damit zum dritten Mal Schauplatz des „The Wall“-Spektakels. Erstmals war Roger Waters im Sommer 1990 in der Stadt, bespielte den noch wüsten Potsdamer Platz, mit Gaststars wie Cyndi Lauper, Joni Mitchell, Brian Adams, Sinead O’Connor und Van Morrison. Rund 320 000 Fans kamen.

Vorverkauf für Roger Waters ab 17. November, 9 Uhr, Hotline 01805-570000 oder www.eventim.de. Karten für die Toten Hosen für 39 Euro ab 12. November auf www.dth.de, anschließend an Vorverkaufsstellen. Ärzte-Tickets ab 23. November auf www.bademeister.com und www.eventim.de und ab 30. November an Vorverkaufsstellen.

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