Flughafenbahnhof Berlin-Brandenburg : Mehdorn will Besuchern die BER-Baustelle zeigen

Täglich fahren Züge zum Flughafenbahnhof - ohne Gäste, damit die unterirdische Anlage nicht einrostet. Nun will Hartmut Mehdorn Zugfahrten zum Terminal-Bahnhof für Neugierige anbieten. Freude hat er mit diesem Vorschlag nicht ausgelöst.

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Wenn es nach Mehdorn ginge, würden im unterirdischen Flughafenbahnhof bald Züge mit Passagieren halten.
Wenn es nach Mehdorn ginge, würden im unterirdischen Flughafenbahnhof bald Züge mit Passagieren halten.Foto: dpa

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat wieder eine Idee: Nach einem Offenhalten von Tegel geht es diesmal um den Flughafenbahnhof unter dem Terminal. Nach Mehdorns Vorstellungen soll die Station vor der Aufnahme des Flugverkehrs in Betrieb gehen und zunächst Neugierige zu einer Tour auf die Baustelle locken. Gespräche mit der Bahn hat es nach Angaben eines Sprechers bereits gegeben. Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte, eine Eröffnung des Bahnhofs stehe im Zusammenhang mit den Überlegungen für eine Schritt-für-Schritt-Inbetriebnahme des Flughafens. Eine Entscheidung werde aber erst im Herbst fallen.

Der unterirdische Bahnhof am Flughafen mit zwei Gleisen für die S-Bahn und vier Gleisen für den Fern- und Regionalverkehr war bereits zur Ende Oktober 2011 vorgesehenen Aufnahme des Flugverkehrs startklar. Allein der Bahnanschluss war mit Kosten von 636 Millionen Euro veranschlagt. In Eile und mit großem finanziellen Aufwand hatte die Bahn in letzter Minute auch die östliche Verbindung vom Bahnhof zur so genannten Görlitzer Bahn (Berlin–Cottbus–Görlitz) hergestellt, wo sich das Genehmigungsverfahren erheblich verzögert hatte.

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Um die fertigen Anlagen betriebsbereit zu halten, fahren täglich Züge zum und durch den Flughafenbahnhof – ohne Fahrgäste, was Mehdorn auf seine Idee brachte. Die Bahn beziffert ihren Aufwand auf monatlich rund zwei Millionen Euro. Helle Freude hat der Vorschlag Mehdorns nicht ausgelöst. Bei der Bahn bezweifelt man, dass es für einen „Baustellenverkehr“ genügend Fahrgäste geben würde, die die Züge – deren Zahl kräftig erhöht werden müsste – füllten.

Deshalb war auch der Vorschlag verhallt, den – auf Kosten der Gemeinde Schönefeld – für die S-Bahn erstellten Haltepunkt Waßmannsdorf, der zwischen der bisherigen Endstation im Bahnhof Schönefeld und dem Flughafenbahnhof liegt, vorzeitig in Betrieb zu nehmen. Dort gibt es zwar reichlich Platz, um Autos von Pendlern abstellen zu können, die mit der S-Bahn in die Innenstadt fahren, doch die erwartete Zahl erschien dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) so gering, dass er auf das Bestellen solcher Fahrten verzichtete.

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