Flughafeneröffnung verschoben : Die fünfte Verlängerung

Die Eröffnung des BER im Oktober ist verschoben. Diese Nachricht kommt Ihnen bekannt vor? Tatsächlich sind die Spekulationen ja nicht neu - doch bisher wurden sie immer dementiert.

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In der ganzen Stadt wird gespottet und ein Eröffnungstermin ersetzt den anderen.
In der ganzen Stadt wird gespottet und ein Eröffnungstermin ersetzt den anderen.Foto: dpa

Die Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld muss jetzt schon zum fünften Mal verschoben werden. Seit dem ersten Spatenstich im September 2006 sind mehrere Anläufe gescheitert. Der Eröffnungstermin 30. Oktober 2011 wurde 16 Monate zuvor gekippt. Begründung: Neue Sicherheitsvorschriften und die Pleite zweier Planungsfirmen. Tatsächlich ist der Bau schon ein Jahr im Rückstand. Der Termin 3. Juni 2012 wird Anfang Mai, nur vier Wochen vorher, abgeblasen. Begründung: Die Brandschutzanlage funktioniere nicht. Tatsächlich ist in dem Neubau viel mehr nicht fertig. Der März-Termin 2013 hält nicht lange, jetzt fällt auch der Oktober-Termin. Jetzt muss es heißen: BER-Eröffnung erst 2014.
Mit einer ähnlichen Schlagzeile hatte der Tagesspiegel bereits am 27. August 2012 auf der Titelseite darüber berichtet, dass wegen der eklatanten Probleme auf der BER-Baustelle der Termin für die Inbetriebnahme wohl weiter nach hinten verschoben werden muss. Doch die Verantwortlichen dementierten heftig, darunter Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD).

BER-Eröffnungstermin erneut geplatzt
Die Lage am BER ist ernst. Flughafen-Technikchef Horst Amman fand am Dienstag im bei „hr-iNFO“ deutliche Worte für das Dilemma: „Die Probleme sind leider Gottes nach dem, was wir jetzt wissen und was wir sehr mühevoll in den letzten Monaten aufgedeckt haben, heftig, sehr heftig. Und zwar so gravierend, fast grauenhaft, dass die Maßnahmen, die wir jetzt ergriffen haben, notwendig waren.". Amann hat nach Angaben von Brandenburgs Landesregierung erstmals am vergangenen Freitag darüber informiert, dass der geplante Termin 27. Oktober für den neuen Hauptstadtflughafen „real nicht zu halten“ sei.  Medienberichten zufolge hatte Amann sogar schon am 18. Dezember auf eine weitere Verschiebung hingewiesen.
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08.01.2013 10:29Die Lage am BER ist ernst. Flughafen-Technikchef Horst Amman fand am Dienstag im bei „hr-iNFO“ deutliche Worte für das Dilemma:...

Im September, als sich die Hoffnungen von Platzeck und dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), auf eine schnelle Lösung des Problems und eine Eröffnung schon im März 2013 erledigt hatten, beschloss das Kontrollgremium einen neuen Zeitplan. Demnach sollten die Arbeiten auf der Baustelle seit Mitte November schon wieder richtig auf Hochtouren laufen. Stattdessen waren nur etwa 300 Arbeiter auf der Baustelle. Selbst Technik-Chef Horst Amann bedauerte in einer Pressemitteilung von Anfang Dezember, „dass wir nicht schon mehr Bauarbeiten sehen, aber wir sind im Plan“.

Doch bereits zu dieser Zeit verdichteten sich die Zeichen, dass es mit dem Eröffungstermin am 27. Oktober 2013 wohl nichts wird. Die Vertreter der drei Gesellschafter von Bund, Berlin und Brandenburg wollten nicht für den Termin garantieren. Vor allem Wowereit und Platzeck wollten erst bis März warten, bis die Ergebnisse der Brandschutztests vorliegen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte vor dem Jahreswechsel: „Der Miteigentümer Bund sieht Anzeichen dafür, dass der Eröffnungstermin am 27. Oktober 2013 möglicherweise nicht gehalten werden kann.“ Ein Risiko bestehe vor allem im Brandschutz. Die Bilanz von Ramsauers BER-Sonderkommission war verheerend.

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