Flugrouten am BER : In der Warteschleife

Ein neuer Vorschlag für die Flugrouten am BER wartet noch auf die Prüfung durch die Flugsicherung. Am Dienstag werden aber die Weichen im Aufsichtsrat neu gestellt.

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Ein Flugzeug vor dem neuen Terminal des BER:
Der neue Vorschlag für die Flugrouten am BER muss noch von der Flugsicherung geprüft werden.Foto: dpa

Der neue Routenvorschlag für den BER-Flughafen, über den der Tagesspiegel berichtet hat, ist in der Schönefelder Fluglärmkommission noch nicht behandelt worden. Mit der geänderten Route, die bei Starts Richtung Westen von der künftigen Südbahn des Flughafens sofort scharf nach Süden abknickt, wollen die Initiatoren erreichen, dass nach ihren Berechnungen rund 150 000 Anwohner weniger Lärm abbekommen. Dafür soll auch festgelegt werden, dass die Südbahn nur für Starts und die Nordbahn ausschließlich für Landungen genutzt wird. Die Deutsche Flugsicherung (DFS), die die Routen erarbeitet, teilte auf Anfrage mit, sie prüfe nur Vorschläge, die von der Lärmschutzkommission an sie weitergeleitet werden.

Nach der Änderung der Flugrouten am BER soll Zeuthen nicht überflogen werden

Einen ähnlichen Vorschlag hatte nach eigenen Angaben auch der frühere Chef der Berliner Flughafengesellschaft, Robert Grosch, vor mehr als einem Jahr der Deutschen Flugsicherung, der Flughafengesellschaft und Verkehrsminister Peter Ramsauer schriftlich gemacht. Dies stehe im Einklang mit den internationalen Regeln. Gefolgt ist man Grosch nicht.

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Für den neuen Vorschlag hat Initiator Marcel Hoffmann in Offenen Briefen an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Brandenburgs Noch-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) sowie Flughafenchef Hartmut Mehdorn geworben. Hoffmann hatte auch vorgeschlagen, bei Starts gen Osten von der Südbahn abzubiegen, so dass Zeuthen nicht überflogen werden müsste. Diese Route, Hoffmann-Kurve genannt, hatte die DFS dann übernommen. Hoffmann schlägt vor, nur in Spitzenzeiten Ausnahmen von der Regel zuzulassen, dass die Südbahn nur für Starts und die Nordbahn ausschließlich für Landungen genutzt wird.

Dienstag wird der BER-Aufsichtsrat neu aufgestellt

Zunächst wählte die Fluglärmkommission am Montag aber einen neuen Vorsitzenden. Gerhard Steintjes wird Nachfolger von Kathrin Schneider, die Staatssekretärin im Brandenburger Infrastrukturministerium geworden ist. Sie löste dort Rainer Bretschneider ab, der als Flughafen-Berater für Ministerpräsident Matthias Platzeck vorgesehen war, nachdem dieser Anfang des Jahres den Aufsichtsratsvorsitz übernommen hatte. Platzeck, der alle Ämter niederlegt, verlässt das Gremium jetzt und das Kabinett wird nach Tagesspiegel-Informationen auf seiner Sitzung am Dienstag als Nachfolger Bretschneider in den Aufsichtsrat schicken. Platzecks designierter Nachfolger als Ministerpräsident, Dietmar Woidke, hat es abgelehnt, in den Aufsichtsrat zu gehen.

Steintjes war unter anderem Leiter der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung der Länder Berlin und Brandenburg und maßgeblich an der Gründung des Dialogforums für die Umfeldentwicklung der Flughafenanrainergemeinden beteiligt. Seit Juni 2009 befindet er sich in der Freistellungsphase der Altersteilzeit. In der Fluglärmkommission war er noch nicht.

Hartmut Mehdorn will Lärmschutz voll umsetzen

Neues Mitglied dort ist seit Montag auch Flughafenchef Hartmut Mehdorn als Nachfolger für seinen geschassten Vorgänger Rainer Schwarz. Im Gremium erklärte er am Montag, dass für den von ihm beantragten Betrieb auf der neu gebauten Südbahn neue Flugverfahren festgelegt werden müssten. Die beschlossenen Routen beruhten auf der Annahme, dass Tegel dann geschlossen sein wird. Nun läuft dort aber der Flugbetrieb weiter, bis BER voll ans Netz gegangen ist. Mehdorn kündigte zudem erneut an, den Gerichtsbeschluss zum Lärmschutz am BER voll umzusetzen. Die Lärmschutzkommission will nach Steintjes Angaben dazu auf jeder Sitzung einen Sachstandsbericht haben. Die nächste ist am 14. Oktober.

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