Franz-Bobzien-Preis für Toleranz : 34 Bewerbungen in Oranienburg eingegangen

Ende November war Bewerbungsschluss für den Franz-Bobzien-Preis 2016, nun liegen dem Oranienburger Bürgermeister 34 Projekte aus Berlin und Brandenburg vor.

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Eingang zur Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen in Oranienburg.
Eingang zur Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen in Oranienburg.Foto: dpa

34 Projekte aus Berlin und Brandenburg bewerben sich um den Franz-Bobzien-Preis 2016 für Toleranz und gegen Rassismus, der von der Stadt Oranienburg und der Gedenkstätte Sachsenhausen ausgeschrieben wurde. Das sind fünf Bewerbungen mehr als im Vorjahr. Die eingereichten Projekte kommen von Schulen, Initiativen und Vereinen sowie Einzelpersonen. Es sind Begegnungsprojekte, Ideenwerkstätten, Workcamps, Ausstellungen, Theaterprojekte und Schülerarbeiten. Schirmherr des Franz-Bobzien-Preises ist Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Der Tagesspiegel unterstützt den Preis als Medienpartner. In der Ausschreibung heißt es, dass Projekte und Initiativen gewürdigt werden, "die in einem besonderen Maße zur historisch-politischen Bildung und Stärkung der Demokratie beitragen".

Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke sagte, er freue sich über die vielen Bewerbungen und darüber, wie jedes der unterschiedlichen Projekte auf "eigene, oft sehr kreative Art und Weise sich für Toleranz, Respekt und demokratische Mitbestimmung engagiert". In einer Zeit, in der Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus wieder vermehrt Zuspruch in der Bevölkerung fänden, seien gerade der Einsatz und die Motivation junger Menschen "überlebenswichtig für die Demokratie in unserer Gesellschaft". Auch der Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen, Günter Morsch, zeigte sich erfreut über die zahlreichen und vielfältigen Bewerbungen um den Franz-Bobzien-Preis, "mit dem wir nicht zuletzt für ein kritisches Geschichtsbewusstsein werben wollen".


Im Februar 2016 tritt die Jury zusammen, um den Preisträger sowie die Zweit- und Drittplatzierten zu bestimmen. Zur Jury gehören neben Vertretern der Stadt Oranienburg und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten unter anderem Medienvertreter, der Zentralrat der Juden in Deutschland und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Verliehen wird der Franz-Bobzien-Preis am 15. April 2016 anlässlich des 71. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

Der Preis ist benannt nach dem aus Hamburg stammenden Franz Bobzien, der als Lehrer und Politiker Widerstand gegen das NS-Regime geleistet hatte und von 1938 an im KZ Sachsenhausen inhaftiert war. Dort engagierte er sich unter schwierigsten Bedingungen vor allem für jugendliche ausländische Mitgefangene, die er unter anderem in deutscher Sprache unterrichtete und ihnen auf diese Weise half, den Lageralltag besser zu bewältigen. Als Angehöriger eines Häftlingskommandos, das in Berlin zur Entschärfung von Blindgängern eingesetzt war, kam er am 28. März 1941 bei einer Explosion ums Leben.

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