Friedrichshain-Kreuzberg : Bürgerbegehren für veganes Kantinenessen gestartet

Die Currywurst wolle man nicht verbieten, nur Alternativen schaffen. Das Bezirksamt ist erst mal still.

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Vegetarische oder vegane Ernährungsweise liegt im Trend - bald auch vermehrt in Berliner Kantinen?
Vegetarische oder vegane Ernährungsweise liegt im Trend - bald auch vermehrt in Berliner Kantinen?Foto: Daniel Bockwoldt/dp

„Wir wollen niemanden veganisieren“, versichert Stefan Torges von der von der Schweizer Denkfabrik "Sentience Politics, „niemand will hier die Currywurst verbieten“, sagt Andreas Grabolle von der Albert Schweizer Stiftung. Gemeinsam mit dem Vegetarierbund Deutschland führen sie gerade ein Bürgerbegehren für vegane Optionen in den Kantinen von Friedrichshain-Kreuzberg. Man ist darauf bedacht, Assoziationen mit dem Veggie-Day, den die Grünen im Bundestagswahlkampf 2013 forderten, gar nicht erst aufkommen zu lassen. Es gehe nicht darum, Fleisch, Milch und Käse zu verbannen, auch nicht für nur einen Wochentag, sondern um zusätzliche Angebote.

Seit Montag sammeln sie sechs Monate lang Unterschriften, damit in allen Kantinen im Bezirk neben Fleisch und vegetarischen Optionen auch vegane Menüs auf die Speisekarten kommen. Das betrifft hauptsächlich Schulkantinen, aber etwa auch die Bezirkskantine am Rathaus Kreuzberg in der Yorkstraße.

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Berlin - Trendstadt für Veganer
Berlin - Trendstadt für Veganer

Kitas nicht betroffen

Kitas betrifft das Ganze nicht, da sie nicht exklusiv vom Bezirk betrieben werden. Das Ziel: exakt 6012 Stimmen, drei Prozent der Bevölkerung.

Friedrichshain-Kreuzberg gilt als einer der liberalsten Bezirke in der Hauptstadt. Bis zur Berlin-Wahl im September war Monika Herrmann die einzige grüne Bezirksbürgermeisterin. Außerdem sei die Bevölkerungsdichte hoch, sagt Stefan Torges. In Flächenbezirken wie Pankow sei das Stimmensammeln um einiges aufwendiger. Ein guter Rahmen also, um so eine Forderung im Kleinen zu testen.

Vom Bezirksamt selbst gibt es noch keine offizielle Stellungnahme zu dem Bürgerbegehren. Laut Torges sei man allerdings „nicht mit offenen Armen empfangen worden.“

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