• Für Toleranz und gegen Rassismus: Bewerbungsfrist für Franz-Bobzien-Preis endet am 30. November

Für Toleranz und gegen Rassismus : Bewerbungsfrist für Franz-Bobzien-Preis endet am 30. November

Auch in diesem Jahr schreiben die Stadt Oranienburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen den Franz-Bobzien-Preis für Projekte aus, die zur Stärkung der Demokratie beitragen. Noch bis zum 30. November ist eine Bewerbung möglich.

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Eingang zur Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers in dem Oranienburger Stadtteil.
Eingang zur Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers in dem Oranienburger...Foto: Patrick Pleul/dpa

Zum nunmehr vierten Mal wollen die Stadt Oranienburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen mit dem Franz-Bobzien-Preis Projekte in Berlin und Brandenburg würdigen, die in besonderem Maße zur Stärkung der Demokratie beitragen, der Toleranz verpflichtet sind und gegen Rassismus gerichtet sind. Besondere Beachtung erfahren dabei Projekte, die sich mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Deutschland auseinandersetzen und damit ein Zeichen gegen rechte Gewalt in unserer heutigen Gesellschaft setzen. Am 30. November endet die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Preis.  

Bewerben können sich Vereine, Schulen, sonstige Bildungseinrichtungen, Initiativen und Einzelpersonen aus Brandenburg oder Berlin. Die Wettbewerbsteilnehmer können sich als Projektträger direkt bewerben oder vorgeschlagen werden. Als Wettbewerbsbeiträge müssen konkrete Projekte eingereicht werden, die nach dem 1. Januar 2014 durchgeführt wurden und entweder abgeschlossen sind oder zumindest eine erfolgreiche Teilumsetzung vorweisen können. Die genauen Bewerbungsmodalitäten finden Sie hier.

Das Preisgeld für das Gewinnerprojekt beträgt 3000 Euro. Die Zweit- und Drittplatzierten erhalten attraktive Sachpreise. Verliehen wird der Franz-Bobzien-Preis im April 2016 anlässlich des 71. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

Schirmherr des Franz-Bobzien-Preises ist der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dietmar Woidke (SPD). Der Tagesspiegel ist Medienpartner des Preises. Zudem wird der Wettbewerb vom Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit Brandenburg, der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, dem Berliner Ratschlag für Demokratie, dem Deutschen Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg (DGB) und dem Zentralrat der Juden in Deutschland unterstützt.

Im Vorjahr ging der Preis an Schüler der Jahrgangsstufe 9 der 7. Integrierten Sekundarschule in Berlin-Tempelhof. Sie hatten gemeinsam mit gleichaltrigen Mädchen und Jungen aus Zgorzelec, dem polnischen Teil der Grenzstadt Görlitz, die Namen der sowjetischen Kriegsgefangenen, die im Lager Stalag VIII A im sächsischen Görlitz ums Leben kamen, dokumentiert. Sie forschten den Biografien nach, prägten die Namen in Ziegel, die sie in einer Feierstunde auf dem Lagergelände niederlegten.

Der Preis ist benannt nach dem aus Hamburg stammenden Lehrer Franz Bobzien, einem Mitglied der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) und Gegner des Hitler-Regimes. Im Februar 1934 wurde Bobzien bei einem Treffen linkssozialistischer und trotzkistischer Jugendverbände im holländischen Lahren verhaftet. Er verbüßte eine vierjährige Haft in Bremen, bevor er im März 1938 in das Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt wurde. Dort unterrichtete Bobzien unter ständiger Lebensgefahr vor allem polnische jugendliche Lagerinsassen in deutscher Sprache und half ihnen, den Lageralltag besser zu bewältigen. Mehr über Franz Bobzien lesen Sie hier.

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