• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Gaza-Konflikt : Berliner demonstrieren für und gegen Israel

19.11.2012 00:00 Uhrvon
Mit Fähnchen und Plakaten. Mehrere hundert Menschen demonstrierten am Kurfürstendamm – der Protest soll nun jeden Sonntag stattfinden.Bild vergrößern
Mit Fähnchen und Plakaten. Mehrere hundert Menschen demonstrierten am Kurfürstendamm – der Protest soll nun jeden Sonntag stattfinden. - Foto: dpa

In Charlottenburg haben am Sonntag etwa 500 Personen ihre Solidarität mit Israel bekundet. Am Hermannplatz fanden sich 750 Personen zu einer pro-palästinesischen Kundgebung ein. Und die Proteste fangen gerade erst an.

Mehrere hundert Menschen protestierten am Sonntagmittag in Charlottenburg gegen die Raketenangriffe der Hamas auf Israel. Bei der Kundgebung auf dem Joachimstaler Platz am Kurfürstendamm sprachen unter anderem der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe. „Israel braucht und verdient diese Solidarität“, sagte Kramer. Er kritisierte, dass der „Raketenterror  seit Jahren verniedlicht“ wird. „Das sind keine Feuerwerksraketen, sondern tödliche Geschosse.“ Seit 2005 habe die Hamas 12 000 Raketen abgefeuert, „eine ganze Generation von Kindern wächst im Bunker auf“, berichtete Stephan Kramer.

„Israel hat die Pflicht seine Bürger zu schützen.“

Gideon Joffe prophezeite, dass „der Islamismus untergehen wird wie Faschismus und Kommunismus“, aber wohl erst in Jahrzehnten. Scharf ging Joffe mit der SPD ins Gericht. Äußerungen von Generalsekretärin Andrea Nahles und dem Vorsitzenden Sigmar Gabriel aus den letzten Monaten seien eine „Schande für die SPD“. Gabriel hatte im März die israelische Palästina-Politik als „Apartheid“ diffamiert. Vor wenigen Tagen hatte Nahles von „gemeinsamen Werten“ zwischen der SPD und der Palästinenser-Organisation Fatah gesprochen.

Der in Jerusalem lebende Publizist und Journalist Ulrich Sahm setzte sich mit seiner Ansicht nach verbreiteten Vorurteilen gegenüber den militärischen Reaktionen Israels auseinander. Beispielsweise sei es „reine Gehässigkeit“, dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu damit „Wahlkampf“ zu unterstellen. In Wahrheit würden dem Politiker tote Soldaten nur schaden. Vielmehr sei das Handeln der Hamas Absicht gewesen. Ihre
Angriffe auf israelische Soldaten und gegen die Zivilbevölkerung hätten die Offensive gezielt provoziert.

Gleichfalls unsinnig sei jene in der deutschen Presse immer wieder formulierte „Sorge“ um die Stabilität im Nahen Osten, sagte Sahm. „Wo bitte herrscht in der Region und in Nordafrika Stabilität?“ fragte er und ging namentlich alle Krisenherde durch, allen voran Syrien. Danach stellte er rhetorisch in den Raum: „Aber Stabilität ist wohl nur gegeben, wenn sich Juden ohne Gegenwehr terrorisieren und vielleicht abschlachten lassen.“ Zugleich monierte er, dass der Waffengang der Israelis sofort kritisiert worden sei, nicht aber, „wenn Raketen aus den Palästinensergebieten fliegen“.

Jochen Feilcke von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg sagte in seiner Rede: „Während deutsche Politiker am warmen Kamin nach Formulierungen suchen, ob die Gegenangriffe Israels verhältnismäßig sind, sterben Menschen im Raketenhagel der Hamas.“ Niemand wolle Raketen, Krieg und Gewalt. Allerdings könne es echten Frieden nur mit friedfertigen Menschen geben, wozu militante Palästinenser eben nicht zählten. „Seit nunmehr 64 Jahren führen die Palästinenser Krieg gegen Israel.“

Aufgerufen zu der Kundgebung hatten verschiedene pro-israelische Organisationen, nicht jedoch die Jüdische Gemeinde. Ab sofort soll jeden Sonntag eine Kundgebung dieser Art stattfinden, so lange Israel weiter vom Gazastreifen aus beschossen wird, hieß es. Unter den Demonstranten am Kudamm war am Sonntag auch der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU). Störungen gab es nicht.

Am späten Nachmittag demonstrierten dann 750 Menschen, darunter viele Palästinenser, gegen Israel. Sie zogen vom Hermannplatz zum Kottbusser Tor. Nach Polizeiangaben erlitt ein Demonstrant ein Knalltrauma, weil auf der Demo mehrere starke Böller gezündet worden waren. Weitere Zwischenfälle gab es nicht. Da nur 50 Teilnehmer angemeldet waren, musste die Polizei in aller Eile Verstärkung zum Hermannplatz schicken. In der linken Szene war zu dieser Demonstration, wie berichtet, nicht mobilisiert worden, sondern vor allem in der arabischen Gemeinschaft. (mit dapd)

25 Jahre Mauerfall

Mauerfall

Der Mauerfall jährt sich zum 25. Mal. Wie haben die Berliner den Mauerfall erlebt? Und was ist am 9.11.1989 genau passiert? Der Tagesspiegel berichtet über das historische Ereignis.

Folgen Sie unserer Berlinredaktion auf Twitter:

Tanja Buntrock:
Karin Christmann:


Robert Ide:


Sigrid Kneist:


Anke Myrrhe:


Hier twittert die Stadtleben-Redaktion des Tagesspiegels. Tipps und Trends, Themen und Termine - alles, was die Stadt bewegt:



Machen Sie mit und verlinken Sie Ihre morgendlichen Fotos mit dem Hashtag #gmberlin. Oder schicken Sie Ihre Fotos wie gewohnt an leserbilder@tagesspiegel.de! Wir freuen uns auf Ihre Bilder!


Die ersten Ergebnisse sehen Sie in unserer Fotostrecke.


Tagesspiegel lokal

Kreuzberg Blog

Berlin ist Kreuzberg. Und umgekehrt. Kaum ein anderer Berliner Bezirk wird so stark mit der Hauptstadt in Verbindung gebracht wie Kreuzberg. Was die Kreuzberger bewegt, viele Kiezgeschichten und Meinungen lesen Sie im hyperlokalen Projekt des Tagesspiegels.
Zum Kreuzberg Blog


Ku'damm-Blog

Alle reden vom neuen Aufschwung am berühmten Berliner Kurfürstendamm. Wir zeigen die Fortschritte, aber auch Schattenseiten der Entwicklung in der westlichen Innenstadt und stellen die Menschen dort vor. Machen Sie mit beim Ku'damm-Blog!
Zum Ku'damm-Blog


Wedding Blog

Der Wedding lebt. Nur wie? Finden wir es heraus, gemeinsam. Wir: die Leser und die Journalisten des Tagesspiegels. Wir schreiben: Ein Blog über den Wedding. Den alten. Den neuen. Den guten. Den schlechten. Und den dazwischen. Früher Bezirk, bis heute Ereignis. Machen Sie mit beim Wedding Blog!
Zum Wedding Blog


Zehlendorf Blog

Zehlendorf – fein, langweilig, reich? Denkste! Wir hinterfragen gemeinsam mit Jugendlichen, Erwachsenen, Prominenten Klischees und schreiben spannende Geschichten aus dem Stadtteil: über Menschen, lokale Politik und ein Lebensgefühl mit Wasser und Wald. Schreiben Sie mit am Zehlendorf Blog!
Zum Zehlendorf Blog

Umfrage

Neue Rahmenlehrpläne sehen vor, dass Geschichte, Geografie und politische Bildung für die Klassen 5 und 6 künftig zum Schulfach „Gesellschaftswissenschaften“ zusammengefasst werden. Was halten Sie davon?

Service

Empfehlungen bei Facebook

Nachrichten aus den Bezirken

Weitere Themen

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz

Veranstaltungen im Tagesspiegel

In unserem Verlagsgebäude finden regelmäßig Salons, Vorträge und Debatten statt, zu denen wir Sie herzlich einladen.
Unser HTML/CSS Widget (statisch)

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...