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Gewaltaufruf per Steckbrief : Neuköllner Neonazis bedrohen Wahlkämpfer

Sie rufen zu Gewalt auf, veröffentlichen Steckbriefe vermeintlicher "Vaterlandshasser" auf Facebook. Ihre Seite wurde gesperrt - jetzt sind sie wieder da.

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Screenshot der Facebook-Seite.
Screenshot der Facebook-Seite.Foto: Screenshot

“Unsere Stadt bleibt deutsch”, prangt auf dem Facebook-Titelbild der “Freien Kräfte Neukölln”. Die neue Seite gefällt nur noch 98 Menschen. Bei der alten kamen die "Freien Kräfte Neukölln" noch auf 653 Likes. Nachdem der Tagesspiegel über die "Freien Kräfte Neukölln" berichtet hatte, meldeten so viele die Seite, dass Facebook sie sperrte. Doch die Initiatoren der Seite erstellten einfach eine Kopie der gesperrten Seite.

Noch fehlen Posts der alten Seite - da wurde Rudolf Heß zitiert und mit dem Hashtag #EswarMord versehen. Wieder wollen sie sich gegen Linksextreme wehren. Die Namen und Adressen von SPD-Leuten, Grünen, Antifaschisten sind wieder im Netz zu finden. “Damit jeder weiß, wo der Feind wohnt.”

Foto: Screenshot

Vor einigen Tagen hatten die Rechten Datum und Ort eines Wahlkampfstandes zweier Grüner plus Steckbriefe der beiden gepostet - mit dem Aufruf, sie zu besuchen. Von “auch ihr habt Namen und Adressen” war die Rede, von “mal die Wut rauslassen”, “Todesstrafe”, “Kinderschänder”. Und eine der Betroffenen: Reagiert bewundernswert trotzig und postete ein Foto vom Stand mit dem Text “Ich warte”.


Sabrina Markutzyk ist Social-Media-Chefin beim Tagesspiegel und Mitgründerin des Online-Magazins neukoellner.net. Wenn Sie Anregungen für Leute in Neukölln haben, Kritik, Wünsche, Tipps, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-s.markutzyk@tagesspiegel.de. Twitter: @wienervig
 

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