Godzillas Rückkehr : Auf einem Filmposter wird das Monster "berlinisiert"

Plakate von Blockbuster-Filmen werden gern „nationalisiert“. Seit gestern darf daher Godzilla Berlin am Eastgate in Marzahn plattmachen.

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Seit 60 Jahren treibt Godzilla sein Unwesen, neuerdings auch in Berlin, doch zum Glück nur auf einem Kinoplakat
Seit 60 Jahren treibt Godzilla sein Unwesen, neuerdings auch in Berlin, doch zum Glück nur auf einem KinoplakatFoto: Promo

Am 1. März 1954 gab es beim US-Atomwaffentest „Castle Bravo“ auf dem Bikini-Atoll eine Panne: Der Fallout verseuchte die Bewohner einer 160 Kilometer entfernten japanischen Insel und erreichte auch ein Fischerboot im Pazifik. Das hatte – neben den medizinischen – weitreichende kulturelle Folgen: Ein Jahr später lief im bundesdeutschen Radio das Hörspiel „Die japanischen Fischer“ von Wolfgang Weyrauch, in dem damals hoch beliebten Genre ein Starautor. Und noch 1954 hatte ein Ungeheuer die Erde betreten, dessen Erfindung durch „Castle Bravo“ ausgelöst worden sein soll: Godzilla, ein durch die Atomexplosionen aus den Tiefen des Meeres aufgescheuchter, alles niedertrampelnder Riesensaurier.

Das Monster hat eine erstaunliche Kinokarriere hingelegt, sogar auf dem Hollywood Walk of Fame hat er seinen Stern. Und jetzt ist Godzilla doch tatsächlich auch in Berlin angekommen – leider, muss man sagen. Denn was er hier anrichtet, ist verheerend, jedenfalls wenn man dem Riesenposter glaubt, das seit Dienstag am Eastgate in Marzahn hängt: Da erhebt sich das stachelige Ungeheuer über der in Flammen stehenden deutschen Hauptstadt, hat schon so einiges plattgemacht, dem Fernsehturm die Spitze abgeknickt, Rotes Rathaus und Berliner Dom in Brand gesteckt, dieses und jenes Hochhaus um einige Stockwerke verkürzt.

Doch keine Sorge, in „Godzilla“, ab 15. Mai im Kino, ist von alldem nichts zu sehen. Das Poster ist nur eine Werbeidee, eine Anpassung an nationale, in diesem Fall Berliner Lokalitäten, nicht ungewöhnlich in der Branche. Roland Emmerich, der vor Jahren schon einen „Godzilla“- Film drehte, ließ zum Klima-Thriller „The Day After Tomorrow“ fürs deutsche Plakat das Brandenburger Tor vereisen, und erst kürzlich wurde fürs deutsche „World War Z“-Plakat Berlin in Brand gesteckt. Also keine Bange, Godzilla bleibt im Kinosaal.

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