Gratis ins Internet : Wall macht Wartehallen „intelligent“

Die Wall AG hat große Ziele – und ihr am Mittwoch gestartetes kostenfreies Wlan-Netz für Teile der Innenstadt ist erst der Anfang.

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Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Firmenchef Daniel Wall möchte 300 Berliner Buswartehallen durch das neue Modell „Avus“ ersetzen. Die „intelligente Wartehalle“ – ein Prototyp wurde 2010 im Werk in Velten gezeigt –, bietet Wlan sowie ein Stadtinformationsterminal in der Rückwand, an dem man auch Mobiltelefone aufladen kann. Die Sitze sind beheizbar und Solarenergieanlagen auf dem Dach möglich.

Zehn Millionen Euro will das auf Außenwerbung und Stadtmöbel spezialisierte Unternehmen investieren. Als Gegenleistung soll der Senat einen bestehenden Vertrag verlängern, der die Nutzung öffentlicher Plätze für Litfaßsäulen und andere Werbeträger bis 2014 regelt. „Es geht uns nicht um mehr Werbeflächen“, sagte Wall. Bisher waren Senatspläne für ein kostenloses Wlan-Netz vor allem daran gescheitert, dass die Stadtentwicklungsverwaltung keine Antennen an Laternen oder Ampelmasten dulden wollte.

Das zunächst bis Ende August befristete Wlan-Pilotprojekt kommt noch mit alten Wartehallen aus. An mehr als 20 Orten in der Innenstadt können Smartphone-Besitzer kostenfrei und zeitlich unbegrenzt im Internet surfen. Einige der Wlan-Spots sind in Litfaßsäulen und elektronische Stadtinformationsanlagen eingebaut. Die Reichweite beträgt bis zu 100 Meter. Nutzer benötigen die App „Wall WiFi Berlin“, die es für iPhones und iPads von Apple im „iTunes-Store“ oder für Android-Smartphones bei „Google Play“ gibt.

Das Programm zeigt die verfügbaren Standorte – darunter der Potsdamer Platz, der Kurfürstendamm und die Tauentzienstraße, die Dircksenstraße am Alexanderplatz, die Rosenthaler Straße am Hackeschen Markt und die Invalidenstraße am Hauptbahnhof. Bisher gab es dort schon Walls Wlan-Dienst „bluespot“. Dieser blieb aber auf maximal eine Stunde Internetzugang beschränkt und erforderte eine kompliziertere Anmeldung. Jetzt genügen die Angabe des Namens und einer E-Mail-Adresse.

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