Green Me Filmfest : Filmfestival Green Me prämiert Salz der Erde

Am Sonntag wurden die Gewinner des "Green Me" Filmfestivals verkündet. Zu Gast waren unter anderen Auma Obama und Preisträger Juliano Ribeiro Salgado.

Pascale Müller

Während die Grüne Woche zu Ende geht, wird im TIPI am Kanzleramt noch einmal der grüne Teppich ausgerollt. Dort fand am Sonntagabend die Abschlussgala des "Green Me" Filmfestival statt, in der die fünf Gewinnerfilme des diesjährigen Wettbewerbes verkündet wurden. Das Festival zeigte auch in seinem achten Jahr wieder Filme zu den Themen Nachhaltigkeit, Ökologie und soziale Verantwortung. Schirmherrschaft über das Festival hat Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Als schon alle anderen im Warmen stehen und Sekt trinken, steht Juliano Ribeiro Salgado noch draußen und raucht. Er ist einer der Preisträger des Abends. Sein Film "Salz der Erde", den er zusammen mit Wim Wenders drehte, ist auch für einen Oskar nominiert. Es geht darin um das Lebenswerk Sebastião Salgados, seines Vater, dem vielleicht berühmtesten lebenden Fotografen. Für Juliano hat sich das Verhältnis zu seinem Vater durch den Film grundlegend verändert, erzählt er. "Wir hatten eigentlich gar kein Verhältnis zueinander. Zumindest kein gutes", sagt er. "Als ich ihn aber sah, wie Wim ihn filmte, habe ich ihn zum ersten Mal verstehen können. Ich begriff plötzlich was ihn antrieb. Ich bin jetzt 40, aber erst durch diesen Film bin ich erwachsen geworden". Nicht nur das Verhältnis von Vater und Sohn, sondern auch das Thema der Verantwortung gegenüber Mensch und Natur spielt in dem Film, wie im Leben Sebastião Salgados, eine große Rolle. "Meine Eltern haben Fotografie auch immer als Mittel verstanden, um Aufmerksamkeit auf bestimmte Probleme zu lenken", sagt Juliano.

Am Endes von "Salz der Erde" widmet sich Julianos Vater der Aufforstung eines Waldgebietes in seiner brasilianischen Heimat. "Mittlerweile haben meine Eltern auch einen Vertrag mit den lokalen Behörden geschlossen, um den Erhalt von Wasserquellen zu schützen und noch mehr Bäume zu pflanzen", erzählt Juliano über den Fortgang des Projekts. Er selbst lebt nicht in Brasilien sondern seit drei Jahren in Berlin, auch deshalb weil die Stadt so grün ist. "Einer der ersten Orte an die ich ging, war Tempelhof", sagt er. "Es hat mich fasziniert, dass eine solche Fläche einfach für alle öffentlich zugänglich ist. Diese Offenheit ist ein schönes Symbol für eine Stadt". Vielleicht investiert er die 10.000€ Preisgeld ja in einen Film über seine Wahlheimat.

Ebenfalls bei der Verleihung zu Gast war Germanistin und Umweltaktivistin Auma Obama, die Schwester des amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Das Thema der Nachhaltigkeit beschäftigt auch sie in ihrer täglichen Arbeit. Mit ihrer Organisation "Sauuti Kuu" unterstützt sie Jugendlichen auf dem kenianischen Land. "Nachhaltigkeit und Ökologie spielt für uns einer große Rolle", sagt sie. "Die meisten der Jugendlichen die wir betreuen arbeitet im Agrarbereich. Es ist wichtig ihnen beizubringen, wie sie mit traditionellem Dünger ihr Land bewirtschaften können. Denn das ist günstiger als chemischen Dünger zuzukaufen." Berlin kennt sie noch aus Jugendtagen. Als 19-jährige kam sie zum Germanistikstudium nach Deutschland. "Noch heute verbinde ich mit der Stadt Vielfalt der Kulturen", sagt sie.

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