Großbaustelle Schönefeld : BER-Mängel seit vier Wochen bekannt

Die neuen Probleme an Computer- und Tankanlagen des Großflughafens BER bringen nach Einschätzung der Verantwortlichen den Zeitplan nicht ins Wanken. Der Aufsichtsrat wusste bereits seit Anfang Dezember davon.

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Dauerbaustelle: Ein aktuelles Bild vom Flughafen BER, der ursprünglich im vergangenen Sommer eröffnet werden sollte.
Dauerbaustelle: Ein aktuelles Bild vom Flughafen BER, der ursprünglich im vergangenen Sommer eröffnet werden sollte.Foto: dpa

Die kürzlich bekannt gewordenen Mängel an den Computer- und Tankanlagen des künftigen Großflughafens BER haben nach Einschätzung der Flughafengesellschaft und des Aufsichtsrates keine Auswirkungen auf die bisherige Zeitplanung. „Die Mängel müssen behoben werden, sind aber für die Inbetriebnahme nicht relevant“, sagte der amtierende Senatssprecher Bernhard Schodrowski dem Tagesspiegel am Mittwoch. Horst Amann, technischer Geschäftsführer Flughafengesellschaft, erklärte, die Probleme seien „nicht genereller Art“ und „nicht terminkritisch“. Geplant ist, den Flughafen am 27. Oktober diesen Jahres zu eröffnen.

Der BER-Aufsichtsrat habe den aktuellen Controlling-Bericht mit den jetzt bekannt gewordenen Mängeln bereits bei der letzten Sitzung am 7. Dezember behandelt, sagte der Senatssprecher. Die Mängel und andere „offene Posten“ seien thematisiert worden, Hindernisse für die Terminplanung seien diese aber nicht. Zwar könne, wie bereits mehrfach von Aufsichtsratschef Wowereit gesagt, derzeit niemand eine Garantie für den Eröffnungstermin geben. „Aber wir haben aktuell auch keinen Anlass, diesen Termin zu verwerfen.“

Schodrowski betonte, dass die Handhabung der technischen Fragen die Aufgabe der Flughafengesellschaft sei. In diesem Sinne sei seine Bemerkung vom Neujahrstag zu verstehen, dass dieses Thema „Sache des Flughafens“ sei – und nicht etwa als Abwälzen der Verantwortung des Aufsichtsrats.

Die genannten Mängeln wurden kurz vor Jahresende öffentlich – allerdings nicht durch Wowereit oder die Flughafengesellschaft, sondern durch Medienberichte. Es handelt sich wie berichtet um Funktionsprobleme bei der Kühlung der zentralen BER-Computeranlage sowie bei der unterirdischen Betankungsanlage für die Flugzeuge. Flughafen-Technikchef Amman sagte am Mittwoch, dass die notwendige Nachrüstung der Computerkühlung durch die bereits gebundenen Auftragnehmer vorgenommen werde und keine neue Ausschreibung nötig sei. Bei den Mängeln bei der Unterflurbetankungsanlage sei der „Austausch weniger Bauteile“ nötig. Die Tankanlage sei bereits teilweise mit Kerosin befüllt und werde schon punktuell genutzt. „Korrekturen an den genannten Punkten sind nicht terminkritisch“, sagte Amman. „Im Fokus steht nach wie vor der Funktionsnachweis der Brandschutzanlage. Nach Aussage des Sprechers der Brandenburger Landesregierung, Thomas Braune, wird „der Fortgang der Mängelbeseitigung darüber entscheiden, ob das Thema auch Gegenstand der Sitzung des Aufsichtsrates im Januar sein wird“.

Die Brandenburger SPD und damit Ministerpräsident und Aufsichtsratsvize Matthias Platzeck verliert unterdessen im Zuge des BER-Debakels an Rückhalt bei den Wählern. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Zeitung „Märkische Allgemeine“ sank die Zustimmung zur SPD nach dem Höchststand von 39 Prozentpunkten im September auf 36 Prozentpunkte. Insgesamt bleibt die rot-rote Koalition in der Wählergunst aber nahezu stabil – dank der Linken, die um zwei auf 24 Prozentpunkte zulegt. Bislang hatte nur Klaus Wowereit einen Einbruch bei den Zustimmungswerten hinnehmen müssen – der in seinem Fall allerdings dramatisch ausfiel.

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