Berlin : Großbrand: Residenzhalle in Reinickendorf zerstört

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Ein nächtlicher Großbrand hat die Markthalle an der Residenzstraße in Reinickendorf gestern früh vollständig zerstört. Der Schaden geht in die Millionen. Menschen wurden nicht verletzt, aber zahlreiche Markthändler, die ihre Stände in der "Residenzhalle" hatten, stehen möglicherweise vor dem Ruin. Während des Brandes mussten die Mieter des angrenzenden Hauses ihre Wohnungen verlassen.

Das Ehepaar Abraham wurde kurz nach 2 Uhr morgens von einer Nachbarin aus dem Schlaf geklingelt: "Es war gespenstisch", beschreibt das Paar die Szenerie. Die Feuerwehr habe trotz des Einsatzes eines Löschfahrzeugs der Tegeler Flughafenfeuerwehr die Flammen nicht in den Griff bekommen: "Immer wieder schossen Flammen in die Höhe."

Die Halle habe unter Denkmalschutz gestanden, sagte das Ehepaar. Viele Händler hätten über Umsatzrückgänge geklagt. Dies bestätigt Michael Hüter. Der 35-Jährige hatte einen Fischstand. Von dem ist nicht einmal ein Balken übrig geblieben. Arbeitslos sei er nun, sagte Hüter und neben dem Brandschaden blieben ihm noch eine Menge Schulden. Viele Stände in der vor etwa 50 Jahren gebauten Halle waren nicht vermietet, offenbar eine Folge der von den Gewerbetreibenden und Bezirkspolitikern beklagten schwindenden Attraktivität dieser Einkaufsstraße.

Aus einem links an die Brandstelle angrenzenden Optikerladen schippten gestern die Inhaber kiloweise Glasscherben auf die Straße. Die Feuerwehr hatte in der Nacht die aus Panzerglas bestehende Eingangstür zertrümmert, um zu sehen, ob die Flammen die Brandmauer durchbrochen hatten. Zum Glück blieb es für Optiker Schmiedeke bei Löschwasserflecken an der Decke und der Wand. Sein Inventar blieb, soweit nach Augenschein zu erkennen, unbeschädigt.

Der an den hinteren Teil der Halle angrenzende Supermarkt konnte gerettet werden. Von der nach Auskunft der Feuerwehr rund 1800 Quadratmeter großen Halle ist kein Stein mehr auf dem anderen. Die Feuerwehr hatte Großalarm ausgelöst: Fast 130 Beamte kämpften über Stunden hinweg gegen die Flammen. Noch zwölf Stunden nach Brandausbruch war die Residenzstraße an der Unglücksstelle gesperrt. Brandexperten des Landeskriminalamtes suchen derzeit nach der Ursache des Feuers.

Die Suche gestaltete sich in den verkohlten Trümmern recht schwierig. Nach ersten Untersuchungen gehen die Ermittler davon aus, dass das Feuer im linken hinteren Teil der Halle ausgebrochen ist. Dort seien die stärksten Brandspuren zu erkennen, sagte ein Kripobeamter. Zur Ursache wollte er allerdings keine Vermutungen wagen. Gestern Mittag lag noch nicht einmal ein Plan vor, aus dem hervorging, wieviele Verkaufsstände es in der Halle gab und wo sie standen.

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