Grundstücks-Streit : "Kater Holzig" setzt sich durch

03.10.2012 16:08 Uhrvon
Spielwiese: So könnte das Ufergrundstück zwischen Jannowitzbrücke und Ostbahnhof nach dem Zuschlag für die Genossenschaft bald aussehen. Simulation: FSKA Architekten
Spielwiese: So könnte das Ufergrundstück zwischen Jannowitzbrücke und Ostbahnhof nach dem Zuschlag für die Genossenschaft bald aussehen. - Simulation: FSKA Architekten

Die Betreiber des "Kater Holzigs" haben in einem hochpolitischen Bieterverfahren das Spreegrundstück gekauft, auf dem die "Bar 25" stand. Die SPD fühlt sich dennoch getäuscht - und zwar von ihrem eigenen Senator.

In der jahrelangen Auseinandersetzung um eines der prominentesten unbebauten Grundstücke in Berlins Innenstadt gibt es offenbar ein glückliches Ende. Zumindest aus Sicht derjenigen, die auf dem Areal der einstigen „Bar 25“ zwischen Holzmarktstraße und Spreeufer westlich des Ostbahnhofs eine kreative, alternative und offene Nutzung gegenüber einer wirtschaftlich orientierten Hochhausbebauung bevorzugen. Denn in dem Verfahren, das zum Politikum wurde, setzte sich am Ende überraschend die alternative Genossenschaft „Holzmarkt“ mit dem höchsten Angebot durch.

Dahinter stehen die Betreiber des Clubs „Kater Holzig“, die zuvor die weit über Berlin hinaus bekannte „Bar 25“ betrieben hatten, außerdem die auf gemeinnützige Projekte spezialisierte Schweizer Pensionskasse „Abendrot“.

Am Dienstag unterzeichneten die Käufer den Vertrag über das 18 000-Quadratmeter-Areal mit der SpreeUrban-Entwicklungsgesellschaft, einer Tochter der kommunalen Stadtreinigung BSR, der das Grundstück gehört. Das bestätigten beide Seiten am Mittwoch. Am 17. Oktober soll der BSR-Aufsichtsrat das Geschäft absegnen, Vorsitzender ist Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD).

In den kommenden Jahren soll auf dem Grundstück ein Wohn-, Kultur- und Gewerbedorf wachsen, in dem neben Clubs, Studentenwohnungen, einem Hotel, kleinen Gewerbebauten und einer Kita auch ein großer, öffentlicher Park entstehen soll, wie Holzmarkt-Sprecher Simon Wöhr am Mittwoch sagte. In Kürze wolle die Genossenschaft einen Aufruf an Kreative, Kleinunternehmer und andere Interessierte starten, sich finanziell am Ausbau des Areals zu beteiligen. Denn auch wenn die Genossenschaft ein alternatives, von sozialen, ökologischen und kulturellen Idealen getragenes Projekt anstrebt – „unterm Strich muss es sich rechnen“, wie Wöhr sagt.

Die Grünen, die in Friedrichshain- Kreuzberg den Bürgermeister stellen und das Projekt seit langem unterstützen, begrüßten gestern „die Chance, eine Entwicklung des Grundstücks im Einklang mit dem Quartier zu entwickeln“.

Zu Kaufpreis und Investitionsvolumen wollte die Genossenschaft sich nicht äußern, ihr Sprecher ließ aber durchklingen, dass Berichte über ein Gesamtvolumen in Höhe von 50 Millionen Euro realistisch seien. Das hatte zuletzt unter anderem der „Spiegel“ geschrieben – unter dem Titel „Showdown an der Spree“.

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