• Harald Martenstein über stinkende BVG-Busse: Es muss an toten, holländischen Katzen liegen

Harald Martenstein über stinkende BVG-Busse : Es muss an toten, holländischen Katzen liegen

Es hat sich herausgestellt, dass die neuen Busse der BVG einen bestialischen Gestank verbreiten. Das könnte etwas mit toten Katzen zu tun haben - oder einem holländischen Komplott. Eine Glosse.

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Mit diesem Slogan wirbt die BVG für ihre Elektrobusse. Doch andere Busse der Verkehrsgesellschaft stinken eben doch.
Mit diesem Slogan wirbt die BVG für ihre Elektrobusse. Doch andere Busse der Verkehrsgesellschaft stinken eben doch.Foto: picture alliance / dpa

Die BVG hat in letzter Zeit nicht immer Glück gehabt. Im letzten Jahr durfte sie immerhin 110 neue Busse anschaffen, gekauft bei einem holländischen Hersteller. Jetzt hat sich herausgestellt, dass die neuen Busse einen bestialischen Gestank verbreiten. Wie dieser Zeitung zu entnehmen war, behaupten die einen, dass es in den neuen Bussen nach Katzenurin riecht. Andere Nasenzeugen sagen, es rieche, „als sei jemand in dem Bus gestorben“.

Das sind zwei sehr verschiedene Gerüche. Das ist ein Widerspruch. Die Auflösung dieses Widerspruchs kann eigentlich nur darin bestehen, dass in den Bussen Katzen gestorben sind, vermutlich holländische Katzen, und zwar während des Urinierens. Ich wünsche uns allen, dass unser Ende einmal würdiger sein wird.

Die Busfahrer klagen über Kopfschmerzen. Außerdem berichten einige Fahrer über „brennende Augen“. Vor ein paar Jahren sind in Berlin ganze Busse während der Fahrt in Brand geraten, ein anderes mysteriöses Phänomen. Damals habe ich geraten, die brennenden Busse in die Tourismuswerbung der Stadt einzubauen. Wenn ich die Wahl habe zwischen einer Reise an die Niagarafälle und in eine Metropole, in der brennende Busse herumfahren, wähle ich doch die spukigen Busse. Aber Busfahrer mit brennenden Augen sind natürlich noch extravaganter, das erinnert ja an die Gemälde von Salvador Dali.

Bilder vom neuen Testbus der BVG
Am Mittwoch hat die britische Firma Alexander Dennis ihren Bus "Enviro 500" vor der britischen Botschaft in Berlin vorgestellt.Alle Bilder anzeigen
1 von 6Foto: Mike Wolff
14.10.2015 18:12Am Mittwoch hat die britische Firma Alexander Dennis ihren Bus "Enviro 500" vor der britischen Botschaft in Berlin vorgestellt.

Um herauszufinden, ob der Gestank eine echte Bedrohung darstellt, ist ein Test durchgeführt worden. Ein Abgeordneter der Piraten will herausgefunden haben, dass während des Tests die Türen des Busses geöffnet waren. Das Ergebnis dürfte deshalb verfälscht worden sein. Aber anders hätten die Tester, wegen des Gestanks, den Test vermutlich gar nicht durchführen können. Das Phänomen wird dadurch noch unbegreiflicher, dass der Geruch immer stärker und stärker wird, bis der Bus etwa 25.000 Kilometer gefahren ist. Ab 25.000 Kilometern auf dem Tacho lässt der Geruch angeblich nach. Die einfachste Erklärung besteht natürlich darin, dass die Katze dann endgültig verwest ist. Aber es hängt nicht davon ab, wie lange die Busfahrer dazu brauchen, 25.000 Kilometer zurückzulegen! Je nachdem, wie es mit den Augen ist, dauert das länger oder kürzer. Tote, inkontinente Katzen, die einen Tacho ablesen, während der leere, bestialisch stinkende Bus durch die Nacht cruist, meiner Ansicht nach ist das ein Horrorfilmstoff der Kategorie A.

Die holländische Firma liefert ihre Busse an verschiedene Städte. Aber bis auf eine Ausnahme ist der Gestank erstaunlicherweise nur in den nach Berlin gelieferten Fahrzeugen aufgetreten. Es könnte sich um ein holländisches Komplott gegen Berlin handeln. Berlin ist im Moment in Europa isoliert.

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