Hartmut Mehdorn fordert eine Milliarde Euro : Kein Geld mehr: Am BER droht Baustopp

Auf der BER-Baustelle geht das Geld aus. Davor warnt der scheidende Flughafenchef Hartmut Mehdorn. Wenn nicht alsbald die gesperrten 1,1 Milliarden Euro fließen, droht ein Baustopp.

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Tusch zum Schluss: Der scheidende Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn warnt davor, dass dem BER das Geld ausgehen und die Baustelle stillgelegt werden könnte.
Tusch zum Schluss: Der scheidende Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn warnt davor, dass dem BER das Geld ausgehen und die Baustelle...Foto: dpa

Vor der Sitzung des BER-Aufsichtsrates am Freitag in Tegel forderte der scheidende Flughafenchef Hartmut Mehdorn von Berlin, Brandenburg und dem Bund die seit über einem halben Jahr ungeklärte Freigabe der 1,1 Milliarden Euro, mit denen der BER bis zur geplanten Eröffnung Ende 2017 zu Ende gebaut werden soll. Das Geld reiche nur noch bis Spätsommer, warnte Mehdorn. Sonst müsse die Baustelle stillgelegt werden.

Auch die Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn könne sonst nicht wie geplant im Mai 2015 beginnen. Die weitere Finanzierung des Airports ist die größte Baustelle des neuen Flughafenchefs Karsten Mühlenfeld, der am kommenden Montag seinen Dienst antritt.

Wegen der Finanzen sind sind Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund uneins. Das Land Brandenburg lehnt, so steht es auch im rot-roten Koalitionsvertrag, unpopuläre Direktzahlungen aus dem Landeshaushalt strikt ab. Berlins Position ist ähnlich. Der Flughafen wurde aufgefordert, neue Kredite aufzunehmen - die er jedoch nicht bekommt. Eine Möglichkeit, die Brandenburg und der Bund favorisieren würden, wäre der Einstieg privater Investoren - also eine Teilprivatisierung. Die lehnt jedoch Berlin strikt ab. Es läuft deshalb wohl darauf hinaus, dass die Flughafengesellschaft die 1,1 Milliarden Euro als Kredit aufnimmt, den die öffentliche Hand wieder zu einhundert Prozent verbürgt.

Am Donnerstag ließ sich der neue Flughafen-Chef von Hartmut Mehdorn, der seinen Nachfolger noch bis Ende März einarbeitet, schon einmal beim Antrittsbesuch ins Bild setzen.

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