Berlin : Hassattacken gegen Schwule im Volkspark Friedrichshain

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Die vier jungen Männer, die in der Nacht zum Sonntag durch den Volkspark Friedrichshain zogen, wollten offenbar vor allem zuschlagen. Sie fragten ihre Opfer, ob diese homosexuell seien, warteten aber die Antwort nicht ab. Mindestens vier Personen wurden laut Polizei innerhalb von zehn Minuten und unabhängig voneinander von ihnen misshandelt und erlitten durch Schläge und Tritte Verletzungen im Gesicht und am Oberkörper.

„Alle Opfer haben die Täter unabhängig voneinander gleich beschrieben“, sagt ein Polizeisprecher. „Es war von vier Männern die Rede, der Anführer wurde als westeuropäischer, athletischer Typ geschildert, der mit Berliner Akzent sprach.“ Die Schläger konnten unerkannt flüchten. In der Nacht zuvor war ein 25-jähriger Transsexueller auf der Landsberger Allee in Lichtenberg angegriffen worden. Auch hier soll es sich um vier Täter gehandelt haben, deshalb prüft die Polizei, ob zwischen den Taten ein Zusammenhang besteht. Im Volkspark Friedrichshain habe es in der Vergangenheit keine solchen Vorfälle gegeben, hieß es. Generell werden in Berlin immer wieder Angriffe auf Homosexuelle bekannt.

Eventuell stehen die Attacken auch mit dem sogenannten Transgenialen Christopher Street Day in Zusammenhang, der am Sonnabend in Neukölln und Kreuzberg von rund 5000 Menschen gefeiert wurde. Der Transgeniale CSD richtet sich gegen die Kommerzialisierung der Schwulenbewegung und auch an Trans- sowie an Heterosexuelle mit abweichender Geschlechtsidentität. 2009 kam es am Transgenialen CSD am U-Bahnhof Schlesisches Tor zum Streit mit Rapper Bushido und seinen Begleitern, bei dem sie Demoteilnehmer angeblich beleidigten. Die Anklage gegen Bushido wurde aber kürzlich fallen gelassen. Er hatte vor Gericht erklärt, kein Schwulenfeind zu sein. Sandra Dassler

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