Berlin : Hauptstadt auch beim Klimaschutz

Berlin will auch zur deutschen Klimaschutzmetropole werden – mit Hilfe aus dem benachbarten Potsdam. Der Senat erwägt, Berlin bis zum Jahr 2050 zur klimaneutralen Stadt umzubauen. Die Idee ist, in der Bilanz zwischen Energieverbrauch und -erzeugung kein Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) mehr zu erzeugen. Dazu habe der Senat nun beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, teilte das Institut am Dienstag mit.

Zuvor hatte das PIK ähnliche Konzepte für kleinere Städte wie Potsdam erstellt. Ziel sei die Verringerung der Treibhausgasemissionen von heute jährlich sechs auf deutlich unter zwei Tonnen pro Kopf in Berlin. Diese Menge wäre mit dem sogenannten Zwei-Grad-Ziel vereinbar. Bis Ende 2014 wollen die Forscher dafür Szenarien entwickeln. Berlins Umweltsenator Michael Müller (SPD) sagte: „Berlin muss eine energetisch hocheffiziente und topmoderne Stadt werden.“ In diesem Monat starten die ersten Workshops mit Fachleuten.

Wenn es Berlin gelinge, ein Pionier für Klimaschutz zu werden, sei dies ein Beitrag zur Einhaltung der Zwei-Grad- Grenze globaler Erwärmung, sagte PIK- Chef Hans Joachim Schellnhuber. Dafür seien nicht nur Staaten, sondern auch mutige Kommunen nötig. „Auf die Metropole Berlin schaut man in Europa und der ganzen Welt.“ Wichtig sei in Berlin, möglichst sozialverträgliche Wege zur Klimaneutralität zu finden, da es eine Mieterstadt sei, deren Wirtschaftskraft nur im Mittelfeld liege. Nötig sei auch das Engagement der Bewohner: „Ohne die aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger wird das Ziel der Klima-Neutralität nicht zu erreichen sein.“ Erforderlich seien eine erhebliche Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudebestandes, ein massiver Ausbau erneuerbarer Energien und der Umbau des Verkehrssektors. Der Senat bereite inzwischen ein Berliner Energiewendegesetz vor. Erst in der Vorwoche hatte Berlin angekündigt, auf seinen Stadtgütern in Brandenburg 50 Windkraftanlagen zu errichten.kix/pet/epd

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