Berlin : Heißer Winter auf dem Badeschiff

Das Schwimmbecken am Spreeufer vor der Arena bekommt eine Sauna

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Azurblau leuchtet das Becken im Abendlicht. Der Wind kräuselt sanft das Wasser. Das Badeschiff an der Arena in Treptow gehörte im Sommer zu den schönsten Badestellen in der Stadt – jetzt aber ist es geschlossen, die Saison ist zu Ende. Doch das könnte sich schon bald wieder ändern. Denn es gibt Pläne, das Schiff auch im Winter zu nutzen. ArenaChef Falk Walter will am Ufer eine Sauna aufstellen, die Stege und Pontons mit der Bar darauf überdachen und hier eine Lounge eröffnen.

Das Badeschiff war trotz mäßigen Sommerwetters mit bis zu 3000 Besuchern pro Tag ein viel größerer Erfolg, als es sich die Initiatoren träumen ließen. „Mit dieser Resonanz hatten wir nicht gerechnet“, sagt Heike Catherina Müller, Kuratorin des Vereins Stadtkunstprojekte. Der Verein setzte das Badeschiff als Kunstaktion von Susanne Lorenz um. „Für uns ist das Projekt jetzt künstlerisch abgeschlossen“, erklärt die Kuratorin weiter. Deshalb habe nun die Arena die Regie übernommen.

Die Pläne, das Schiff und die Stege auch im Winter zu nutzen, stehen nach Müllers Angaben noch am Anfang. Klar sei jedoch, dass es sich um eine mobile Sauna handeln müsse, die zu Beginn der neuen Badesaison im Mai 2005 genauso wie die Überdachung der Stege und Pontons wieder verschwinden müsse. „Es kann nur eine temporäre Lösung sein“, erklärt sie, „es steht das Urheberrecht der Künstlerin dagegen“.

Das Badeschiff ist eine vom Hauptstadtkulturfonds geförderte Aktion – befristet auf fünf Jahre. So lange wird das 32 mal acht Meter große Schiff vor der Arena ankern. Die Sauna soll noch in diesem Winter in Betrieb gehen, das Wasser mit der Energie des Arena-eigenen Blockheizkraftwerks so aufgeheizt werden, dass selbst im Schneetreiben ein entspanntes Planschen möglich ist.

Wie schön eine Party am Badeschiff ist, zeigte der Arena-Chef am Sonnabend selbst. Er hatte zu einer privaten Feier eingeladen, um seinen 40. Geburtstag nachzufeiern. oew

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