Helles Deutschland : 200 Helfer auf 200 Flüchtlinge in Pankow

Henry Koch aus Pankow hat gemeinsam mit seiner Frau den Unterstützerkreis für die Flüchtlingsunterkunft in der Straßburgerstraße aufgebaut.

Sophie Aschenbrenner
Henry Koch koordiniert mit seiner Frau ein Netzwerk von 200 ehrenamtlichen Helfern - neben seinem Job.
Henry Koch koordiniert mit seiner Frau ein Netzwerk von 200 ehrenamtlichen Helfern - neben seinem Job.Foto: Privat

"Im Juni 2014 haben meine Frau und ich festgestellt, dass es bei uns im die Ecke schon seit zwei Jahren eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge gibt. Weil wir helfen wollten, haben wir angefangen, einmal die Woche eine Stunde Hausaufgabenhilfe zu geben. Damals waren wir noch ein Unterstützerkreis bestehend aus zwei Personen.

Wir haben nach Mitstreitern gesucht, und mittlerweile sind wir 200 Helfer für ein Heim, in dem 200 Flüchtlinge untergebracht sind. Meine Frau und ich koordinieren die anderen Ehrenamtlichen, haben Arbeitsgruppen gebildet, organisieren Projekte. Mittlerweile müssen wir neue Helfer-Anfragen leider ablehnen und die Leute bitten, sich an andere Unterkünfte zu wenden. Für uns als Helfer – oder neue Nachbarn – haben sich die Schwerpunkte in der Hilfe verändert. Viele der  Menschen wollen arbeiten, in Wohnungen umziehen. Da müssen wir hartnäckiger und organisierter rangehen.

"Wir treffen uns auch auf einen Kaffee oder zum Grillen im Garten."

Ich finde wir müssen uns überlegen, in welchem Deutschland wir in fünf oder zehn Jahren leben wollen. Man kann das zusammen schaffen, dafür muss man es aber auch wollen. Wir machen viel mit den Flüchtlingen gemeinsam und nicht nur etwas FÜR die Flüchtlinge, da habe ich viele Asylsuchende besser kennen gelernt. Man trifft sich auch mal auf einen Kaffee oder im Garten zum Grillen. Ich habe in den Jahren sehr viele schöne Momente erlebt, wenn man Feste feiert, gemeinsam ein Projekt zu Ende bringt. Wenn jemand aber nicht bleiben darf und man sich verabschieden muss, dann ist das schwer."

Sind auch Sie in der Flüchtlingshilfe aktiv oder kennen Sie jemanden, den wir hier vorstellen sollten? Schicken Sie uns eine E-Mail an berlin@tagesspiegel.de

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