Helles Deutschland : Hilfe für syrische Flüchtlinge

Der Anwalt Ulrich Karpenstein, 47, aus Lichterfelde-West, hat einen Verein gegründet, der Syrer in Not nach Deutschland holt.

Sophie Aschenbrenner
Der Anwalt Ulrich Karpenstein hat neben seinem 14-Stunden Arbeitstag den Verein "Flüchtlingspaten-Syrien" gegründet.
Der Anwalt Ulrich Karpenstein hat neben seinem 14-Stunden Arbeitstag den Verein "Flüchtlingspaten-Syrien" gegründet.Foto: Christian Disch

"Die Idee zu den „Flüchtlingspaten“ ist im Freundeskreis entstanden. Ein syrischer Bekannter hatte uns gebeten, für seine vom IS bedrohte Schwester und deren Kinder Verpflichtungserklärungen – das sind Bürgschaften gegenüber der Ausländerbehörde – abzugeben, damit diese legal und sicher nach Deutschland einreisen können. Meine Frau und ich haben uns entschlossen, für den Lebensunterhalt der Schwester und das jüngste ihrer Kinder einzustehen.

Um die restliche Familie und möglichst viele weitere Menschen aus dem Kriegsgebiet retten zu können, haben wir den gemeinnützigen Verein „Flüchtlingspaten Syrien“ gegründet. Diese Initiative ist so schnell durch die Decke gegangen, dass wir schon nach wenigen Monaten ein sechsstelliges Budget verwalten können: Mit mehr als tausend regelmäßigen Spendern, vielen weiteren Bürgen und drei Dutzend ehrenamtlichen Helfern tragen wir gemeinsam und privat den Lebensunterhalt vieler Syrerinnen und Syrer und ermöglichen gerade den Hilfsbedürftigsten eine menschenwürdige Einreise zu ihren Verwandten nach Deutschland.

Die Bürgen zahlen den Lebensunterhalt der Flüchtlinge

Bis zum Herbst werden wir sicher noch über fünfzig Flüchtlinge in unser Programm aufnehmen können. Die Menschen wählen wir vor allem aufgrund ihrer akuten Notlage, aber auch nach ihrer Integrationsbereitschaft aus. Hier erbringen wir für sie alle Leistungen, für die normalerweise der Staat zuständig wäre. Für einen erwachsenen Flüchtling budgetierten wir 800 Euro im Monat, für Kinder die Hälfte.

Wir hoffen, dass unser Senat die Aufnahmeanordnung, auf deren Grundlage wir arbeiten, nicht auslaufen lässt. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Menschen hier in Berlin ins Zeug legen, empathische Menschen voller Tatendrang. Auch wenn es unendlich viel zusätzliche Arbeit bedeutet: Wir können endlich einmal stolz sein auf unsere Stadt!"

Sind auch Sie in der Flüchtlingshilfe aktiv oder kennen Sie jemanden, den wir hier vorstellen sollten? Schicken Sie uns eine E-Mail an berlin@tagesspiegel.de

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