Helles Deutschland : Paul Schmitz vermittelt Flüchtlingen Jobs

Er weiß, wie schwer man in der Fremde Fuß fasst - deswegen hat Paul Schmitz, 34, aus Zehlendorf, einen Verein gegründet, der Flüchtlingen berufliche Netzwerke öffnen möchte.

Sophie Aschenbrenner
Paul Schmitz will möglichst vielen Flüchtlingen helfen, einen Job zu finden.
Paul Schmitz will möglichst vielen Flüchtlingen helfen, einen Job zu finden.Foto: Privat

"Mit meiner Frau habe ich drei Jahre auf Mauritius gelebt, da sie dort geboren wurde. Da habe ich gemerkt, wie es ist, in einer völlig fremden Kultur zu leben. Ich bin eigentlich Rechtsanwalt, konnte dort aber nicht als Anwalt arbeiten.

Wieder zurück in Deutschland, hat meine Frau 2013 bei einem Deutschkurs Flüchtlinge kennen gelernt. Einer von ihnen konnte schon sehr gut Deutsch, er wollte hier arbeiten, das politische System verstehen. Die meisten kommen her und verstehen nicht, wie alles funktioniert. Keiner von ihnen wollte sein Land verlassen und hatte geplant, nach Deutschland zu kommen.

Anfragen von Firmen aus dem ganzen Land

Ich wollte Kontakte herstellen zwischen Flüchtlingen und Menschen, die ihnen vielleicht weiter helfen konnten. Ende April 2015 habe ich zwischen zehn Syrern und Bekannten von mir ein Treffen organisiert. So konnte ich vier Flüchtlinge in Praktika vermitteln.

Mittlerweile habe ich den Verein „MyGrade“ gegründet und ein Team von insgesamt sechs Leuten um mich. Es melden sich Firmen aus ganz Deutschland bei mir, die Interesse daran haben, einen Flüchtling einzustellen. Ende September planen wir jetzt das zweite Vermittlungstreffen, außerdem arbeiten wir an einer Art „Empfehlungsmanagement“, so dass nicht alles über persönliche Treffen laufen muss.

Seit April ist das für mich ein Vollzeitjob, ich habe schon viel Zeit und auch Geld in den Verein investiert. Ich habe große Ambitionen und werde mit vollem Einsatz daran arbeiten, „MyGrade“ weiter auszubauen und vielen Leuten eine Perspektive zu bieten."

Sind auch Sie in der Flüchtlingshilfe aktiv oder kennen Sie jemanden, den wir hier vorstellen sollten? Schicken Sie uns eine E-Mail an berlin@tagesspiegel.de

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