• Historisches Bad öffnet nach 30 Jahren: Endlich wieder schwimmen in der Oderberger Straße

Historisches Bad öffnet nach 30 Jahren : Endlich wieder schwimmen in der Oderberger Straße

Ab Oktober kann man in der Oderberger Straße in Prenzlauer Berg wieder baden gehen. Über die wechselhafte Geschichte eines ungewöhnlichen Berliner Baus.

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Frisch saniert: Das historische Stadtbad in der Oderberger Straße.
Frisch saniert: Das historische Stadtbad in der Oderberger Straße.Foto: promo

30 Jahre lang lag das Schwimmbad in der Oderberger Straße auf dem Trockenen. Nun ist seit 1986 zum ersten Mal wieder Wasser in das Becken geflossen und Prenzlauer Berg um eine Badeanstalt reicher. Für die Öffentlichkeit ist das Bad ab dem 17. Oktober geöffnet, ab 14 Uhr können dann die ersten Besucher in dem 20 Meter langen und zwölf Meter breiten Becken des imposanten Neorenaissance-Gebäudes ihre Bahnen ziehen. Neben dem Schwimmbecken soll es außerdem einen Wellnessbereich mit Sauna, Liegen und Duschen geben.

18 Millionen kostete die Sanierung

Das historische Stadtbad, gebaut im Jahr 1902, ist jedoch nicht Teil der öffentlichen Bäderbetriebe, sondern im Privatbesitz eines Unternehmerehepaares. Es gehört zum gerade erst eröffneten Hotel Oderberger. Dessen Besitzer Barbara und Hans-Dieter Jaeschke haben die 18 Millionen teure Sanierung zum Großteil aus eigenen Mitteln finanziert. Knapp eine Million für Fassaden und Fenster steuerte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bei, 25 000 Euro gab die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hinzu. Dem Paar gehört ebenfalls das nebenan gelegene GLS Sprachzentrum. Im 2011 hatten die Jaeschkes das Gebäude der Badeanstalt erworben, um ihren Campus, bestehend aus Hotels und Sprachschule, weiter auszubauen.

In der Woche wird gebadet, am Wochenende gefeiert

Geschlossen wurde das Schwimmbad Mitte der 80er Jahre. Nach einem Umbau zu DDR-Zeiten waren starke Risse im Beckenboden und in Deckengewölben entstanden. Sanierungspläne wurden vor der Wende nicht mehr verwirklicht, danach fehlte es an Geld und dem politischen Willen, das Bad für die Öffentlichkeit zu erhalten. Stattdessen diente es als Veranstaltungsort für Kulturevents aller Art. Das soll auch so bleiben, sagt Tina Ellner, Sprecherin des GLS Sprachzentrums. Auf den Fliesen des Beckenbodens befindet sich ein Hubboden, der innerhalb einer halben Stunde nach oben gefahren werden kann. „Das Wasser kann im Becken bleiben und obendrauf kann gefeiert werden“, sagt Ellner – etwa Hochzeiten oder Firmenfeste.

Wenn es soweit ist, wird das Bad an fünf Tagen in der Woche für den Badebetrieb geöffnet sein. Die genauen Öffnungszeiten stehen ab Oktober auf der Homepage des Hotels Oderberger. Die Ticketpreise sollen an die Berliner Bäderbetriebe angelehnt sein, maximal sechs Euro soll eine Einzelkarte kosten, 55 Euro eine Zehnerkarte.

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