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HoGeSa-Demonstration in Berlin fällt aus : Hooligan zur Polizei: "Ich habe keine Demo in Berlin angemeldet"

„Hooligans gegen Salafisten“: Am Freitag hieß es, für die am Brandenburger Tor geplante Demonstration am 15. November seien 10.000 Teilnehmer angemeldet. Jetzt erklärte der vermeintliche Initiator: Ich habe keine Demo angemeldet. Wie die Polizei das Hin und Her erklärt.

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Ende Oktober demonstrierten tausende Hooligans aus dem gesamten Bundesgebiet in Köln unter dem Slogan "Hooligans gegen Salafismus".
Ende Oktober demonstrierten tausende Hooligans aus dem gesamten Bundesgebiet in Köln unter dem Slogan "Hooligans gegen...Foto: dpa

Die für den 15. November in Berlin geplante Demonstration "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) findet nach Angaben der Polizei nicht statt. Der Mann, in dessen Namen die Aktion über ein Online-Formular angemeldet worden sei, habe sich telefonisch bei der Polizei gemeldet und mitgeteilt, er habe gar keine Demonstration angemeldet. Seine Angaben seien überprüft und verifiziert worden. „Diese Demonstration, von der es am Freitag noch hieß, es seien 10.000 Teilnehmer angemeldet, und für die Senator Henkel ein Verbot prüfen wollte, wird es nicht geben“, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Samstagabend dem Tagesspiegel.

Der Mann, dessen Name, Anschrift und Kontaktdaten in dem Online-Formular eingetragen standen, stammt laut Redlich aus Nordrhein-Westfalen. Er sei aktiv beteiligt gewesen an der Kölner Hooligan-Demo gegen Salafisten am vergangenen Sonntag, wo sich 4800 Hooligans, Neonazis und Rechtsextremisten Straßenschlachten mit der Polizei geliefert hatten. Deshalb sei die Anmeldung plausibel erschienen.

Kommende Woche hätte die Berliner Polizei ein so genanntes Anmeldergespräch mit ihm führen wollen, um sich über Einzelheiten der Demonstration auszutauschen - dem sei er nun zuvorgekommen, sagte Redlich. Woher der Mann wisse, dass unter seinem Namen eine Demonstration angemeldet sei, wenn er sie gar nicht angemeldet habe, das sei unklar, erklärte der Sprecher. Die Polizei werde am Montag prüfen, ob Ermittlungen wegen Urkundenfälschung – juristisch korrekt: wegen Fälschung beweiserheblicher Daten – eingeleitet werden.

Am gestrigen Samstag sei der Mann, nachdem die Berliner Polizei die Kollegen in NRW gebeten habe, ihn zu kontaktieren, auf einer Wache vorstellig geworden, habe sich ausgewiesen und schriftlich erklärt: „Ich habe keine Demo in Berlin angemeldet – speziell nicht die Demo gegen Salafisten am 15. November“.

Auch die Demo in Hamburg ist abgesagt

Am Freitag hatte die Polizei noch bestätigt, dass für die am Brandenburger Tor geplante Demonstration der „HoGeSa“ 10.000 Teilnehmer angemeldet seien. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) wollte ein Verbot prüfen.

Eine ebenfalls für Mitte November angekündigte Hooligan-Demonstration in Hamburg ist nach dpa-Informationen inzwischen ebenfalls vom Anmelder abgesagt worden.

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