HU-Studie für Linkspartei : In Berlin fehlen Wohnungen für Geringverdiener

Die Wohnungsnot in Berlin ist offenbar größer als angenommen - sie trifft vor allem Menschen mit geringem Einkommen. Das ergab eine Studie im Auftrag der Berliner Linken. Die fordert noch mehr städtischen Wohnungsbau.

Es wird wohl eines der Wahlkampfthemen werden: Bezahlbarer Wohnraum in Berlin. Eine Studie im Auftrag der Linken zeichnet nun ein drastisches Bild.
Es wird wohl eines der Wahlkampfthemen werden: Bezahlbarer Wohnraum in Berlin. Eine Studie im Auftrag der Linken zeichnet nun ein...Foto: dpa

Bezahlbarer Wohnraum in Berlin wird sehr wahrscheinlich auch eines Wahlkampfthemen werden. Passend dazu stellte die Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus nun eine Studie vor, die ein noch düsteres Bild der Wohnungsnot in der Hauptstadt zeichnet als bisher angenommen.

Danach fehlen derzeit mindestens rund 125.000 Wohnungen. Je nachdem welche Bevölkerungsgruppe man zur Berechnung heranzieht, fällt das Wohnungsdefizit sogar noch höher aus. Nach Angaben des Verfassers der Studie - Soziologe Andrej Holm von der Humboldt-Universität - seien davon insbesondere Bezieher von Transferleistungen wie Hartz IV und Geringverdiener betroffen.

Das angegebene Wohnungsdefizit setzt sich aus dem rechnerischen Wohnungsmangel von jetzt mehr als 100.000 Wohnungen und den langfristig mindestens 25.000 für die Unterbringung von Geflüchteten benötigten Wohnungen zusammen. Zudem seien angesichts der demografischen Entwicklung 110.000 altersgerechte und barrierefreie Wohnungen zusätzlich nötig, sagt Holm.

Die Geringverdiener haben es bei der Wohnungssuche schwer

In Hinblick auf Menschen mit geringem Einkommen sollen nach der vorgestellten Studie sogar mehr als 130.000 preisgünstige Wohnungen fehlen. Als Konsequenz aus den Ergebnissen der Studie fordert die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus den Senat auf, vor allem die sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften zu stärken.

Deren Bestand an Wohnungen solle in den kommenden vier bis fünf Jahren um 100.000 auf rund 400.000 Wohnungen aufgestockt werden, sagt die wohnungsbaupolitische Sprecherin der Fraktion, Katrin Lompscher. Außerdem müsse das Land nach Ansicht der Linken stärker sein Vorkaufsrecht beim Verkauf privater Liegenschaften in Anspruch nehmen - so könnte günstiger Baugrund zur Verfügung gestellt werden.

Gegen das aktuelle Wohnungsdefizit sollten die Wohnungsbausgesellschaften insbesondere in den Bestand investieren und durch Abschläge bei den Mieten bezahlbaren Wohnraum schaffen. (Tsp/epd)

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