Humboldt-Viadrina School of Governance : Gesine Schwans Regierungsschule ist insolvent

Gesine Schwans Regierungsschule, die Humboldt-Viadrina School of Governance, hat Insolvenz beantragt. Der Lehrbetrieb geht vorerst weiter, nun werden neue Partner gesucht.

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Gesine Schwan.
Gesine Schwan, Politologin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin.Foto: Imago

„Bessere Demokratie“ und „nachhaltige Lösungen“ für Politik und Wirtschaft sollen künftige Führungskräfte an der Berliner Humboldt-Viadrina School of Governance lernen. So steht es auf der Internetseite der Regierungsschule. Sie ist ein Herzensprojekt von Gesine Schwan, der früheren Präsidentschaftskandidatin, die die Einrichtung leitet. Doch jetzt stellt sich heraus, dass der Wirtschaftsplan der privaten Humboldt-Viadrina weniger nachhaltig ist: Sie hat am Freitag „in Folge finanzieller Engpässe“ Insolvenz beantragt, wie es in einer Mitteilung heißt. „Die derzeit sehr schwierige finanzielle Situation lässt leider keine andere Wahl“, so Schwan.

Es soll ein mittlerer sechsstelliger Betrag fehlen

Der Lehrbetrieb für derzeit 58 Studierende werde zunächst fortgesetzt. Man hoffe auf „Partner zur geschäftlichen Neuausrichtung“. Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, es fehle ein Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich.

Seit 2009 bietet die Einrichtung drei berufsbegleitende Master-Studiengänge im Bereich „Public Policy“ an und kooperiert mit der Humboldt-Uni und der Viadrina-Uni Frankfurt (Oder), an der Schwan Präsidentin war. Geld schießen die Unis nicht zu. Die Regierungsschule muss sich durch Gebühren, Spenden und Forschungsmittel selbst tragen.

18 000 Euro Studiengebühren - war das zu hoch?

Ging das Konzept Schwans, sich vor allem an Nicht-Regierungsorganisationen zu wenden, nicht auf? Das könnte eine Erklärung sein, womöglich waren die Studiengebühren (18 000 Euro für zwei Jahre) für NGOs zu hoch. Auch fehlten genügend Spenden, heißt es im Umfeld der School. Die Mietkosten für Räume in der Wilhelmstraße hätten die Einrichtung belastet – obwohl das Land als Eigentümer des Gebäudes bei der Miete großzügig gewesen sei. Für eine Rettung sei ein „Husarenritt“ Schwans nötig.

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