Ich bin ein BERLINER (12) : „Mein Gebet in der Moschee“

In Berlin fühlt er sich frei, doch arbeiten kann der gebürtige Libanese Munir Naqwasch hier nicht in seinem früheren Beruf als Lehrer, sondern als Verkäufer. In unserer Serie "Ich bin ein Berliner" erzählt er, was er am Leben in der Hauptstadt schätzt.

von und Jana Gioia Baurmann
Ich bin ein Berliner (12)

Berlin ist meine zweite Heimat. 1975 kam ich aus dem Libanon hierher, ursprünglich bin ich aus Baalbek, eine berühmte Ruinenstadt im Osten des Landes. Zu meiner Zeit haben dort Christen und Muslime friedlich zusammengelebt, Sunniten und Schiiten wie Brüder und Schwestern. Heute ist das leider anders, mir gefällt nicht, was dort unten passiert, vor allem die Situation in Syrien.

Baalbek ist eine kleine Stadt, trotzdem hat mich die Größe Berlins nicht überfordert. Ich habe einige Jahre in Beirut gelebt, dort gibt es zwar keine U-Bahn wie hier, aber immerhin eine Straßenbahn. In Deutschland habe ich auch schon in Hannover und Hamburg gelebt, aber dort hat es mir nicht so gut gefallen.

Eigentlich wollte ich in Berlin studieren, Medizin, aber irgendwie ist nichts draus geworden. Ich fing an zu arbeiten, als Verkäufer. Im Libanon war ich Lehrer, Kindern ab der ersten Klasse habe ich Arabisch und Mathe beigebracht, manchmal unterrichtete ich auch andere Fächer. Es war komisch, plötzlich als Verkäufer zu arbeiten – aber mir blieb nichts anderes übrig. An Berlin schätze ich die Freiheit, ich kann in die Moschee gehen und beten. Und meine Freunde und Bekannten leben hier.“

Ich bin ein Berliner (12)
Ich bin ein Berliner (12)

Vor 50 Jahren hielt John F. Kennedy seine berühmte Berliner Rede. Hier erzählen 100 Berliner, was ihnen diese Worte bedeuten. Siemens unterstützt das Tagesspiegel-Projekt. Alle bisher erschienen Videos zu dieser Serie finden Sie unter: www.tagesspiegel.de/berliner

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