Berlin : Im Tunnel fährt der Rechner runter Seltene Panne stört den Verkehr der U-Bahn

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Glück gehabt. Die Panne trat am Sonntag auf, als nur wenige Fahrgäste unterwegs waren. So hielten sich die Folgen eines Rechnerabsturzes, anders als im Berufsverkehr, in Grenzen. Durch den Computerfehler sei gegen 13.45 Uhr die Verbindung zum Stellwerk unterbrochen worden, wo die Mitarbeiter per Fernsteuerung die Weichen und Signale stellen, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Montag. Die Anlagen selbst hätten weiter funktioniert, die Überwachungsbildschirme seien aber ausgefallen, sodass die Mitarbeiter die Zugfahrten nicht mehr verfolgen konnten.

Betroffen waren die so genannten Kleinprofillinien U 1 bis U 4, die zu einem Stellwerksbereich zusammenfasst seien, sagte Reetz. Bei den Großprofillinien mit breiteren Fahrzeugen gibt es drei Bereiche – gemeinsam für die U 5 und die U 8 sowie für die U 6 und die U 9, die U 7 dagegen wird als längste Linie im Netz solo bedient. Nach dem Ausfall der Fernsteuerung habe man einen „Zwangsbetrieb“ angeordnet, sagte Reetz. Die Züge führen dann langsamer, ein Wechseln von Gleisen werde ausgeschlossen und ein langes Warten vor „Rot“ zeigenden Signalen in Kauf genommen. Dadurch gab es Verspätungen.

Der Fehler sei in 20 Minuten behoben worden; durch einfaches Drücken einer Taste in einem der örtlichen vier Stellwerke für die Linien U 1 bis U 4. Bis die Züge wieder nach Fahrplan unterwegs waren, dauerte es rund eine Stunde.

Im November 2010 hatte ein Stromausfall den Zentralcomputer lahmgelegt. Die Signale im Netz stellten sich automatisch auf Rot. Da auch der Funk zwischen den Fahrern und der Leitstelle ausgefallen war, konnten die Mitarbeiter dort den Fahrern nur per Handy Anweisungen geben. Damals gab es im gesamten Netz Ausfälle und Verspätungen. Aus einem im Tunnel steckenden Zug waren Fahrgäste eigenmächtig ausgestiegen, so dass dort auch noch der Fahrstrom abgeschaltet werden musste.

Bei der S-Bahn bremste 2011 ein Stromausfall im elektronischen Stellwerk die Züge stundenlang fast auf dem gesamten Netz. Solche Pannen seien aber selten, versichern BVG und die Bahn einheitlich. Klaus Kurpjuweit

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