Berlin : Inselchen im roten Meer STEINSTÜCKEN

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Der Wandel der Zeiten lässt sich in exakte Zahlen fassen: 297 Personenwagen und 14 Busse hat Günter Roßnagel, Vorsitzender des Bürgervereins „Steinstücken 80“, in diesem Sommer während einer Stunde auf der Steinstraße gezählt. Noch historisch getreu gepflastert, grenzt sie die Berliner Exklave im Süden gegen Potsdam ab. Die Verkehrsdichte vor der Wende? Vielleicht ab und zu ein Geländewagen der DDRGrenzer: Auf der Steinstraße stand ja die Mauer. Steinstücken, das war die Miniaturausgabe von West-Berlin. Von allen Seiten umzingelt, seit 1972 immerhin mittels beidseitig eingezäunter Verbindungsstraße mit Kohlhasenbrück verbunden. Sechs Jahre später zog Roßnagel dorthin, vom Schlafzimmerfenster blickte er direkt auf einen Wachturm. Für die West-Berliner war das Inselchen im roten Meer beliebtes Ausflugsziel, auch die Hubschrauber der Amerikaner landeten dort gern. Heute erinnert daran ein aus Rotorblättern geformtes Denkmal. Das Ausflugslokal „Zum Taubenschlag“ gibt es mangels Ausflüglern schon lange nicht mehr. Aber der seit 1980 bestehende Bürgerverein existiert noch, seine Räume an der Steinstraße locken nicht mehr nur Steinstückener an. Ein Drittel der Mitglieder kommen aus Potsdam. ac

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