Jahreswechsel : Berlin feiert die größte Silvesterparty in Europa

Zwei Millionen Menschen sollen kommen, 6000 Raketen abgeschossen werden: Die Silvesterfete am Brandenburger Tor lockt unzählige Touristen nach Berlin - und macht schon jetzt Lust auf die Fanmeile 2014.

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Nach Angaben der Veranstalter feiert Berlin die größte Silvesterparty Europas.
Nach Angaben der Veranstalter feiert Berlin die größte Silvesterparty Europas.Foto: dpa

Schnee wäre am schönsten. Schnee ist romantisch und macht schöne Bilder. Sagt Willy Kausch, der seit 19 Jahren das Berliner Silvesterfest organisiert. Die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr, denen fehlte etwas, sagt Willy Kausch, nämlich der Schnee. Doch Schnee gibt es nach derzeitigem Meteorologenstand sicher nicht – und dennoch dürfte die Silvestermeile wieder ein Riesenerfolg werden, schon aus Tradition. Wieder dürften etwa eine Million Menschen kommen, verteilt auf zwei Tage. Wieder sehen viele Millionen die Feier im Fernsehen und sagen sich anschließend: „Da wollen wir auch hin.“ Inzwischen feiert Berlin nach Angaben der Tourismusgesellschaft „Visit Berlin“ die größte Silvesterparty Europas.

 Eine Studie hat ergeben, dass die Fanmeile zum Jahreswechsel vor allem bei Franzosen, Engländern und Italienern beliebt ist. Aber auch viele Amerikaner und Asiaten kommen. „Zum Jahreswechsel ist Berlin die touristische Nummer eins in Europa“, sagt Tourismuschef Burkhard Kieker. Wie berichtet, ist Berlin übers ganze Jahr gesehen nach London und Paris die Nummer drei; diesen Platz hat die deutsche Hauptstadt vor einigen Jahren Rom abgejagt. Deshalb verträgt der Jahreswechsel wohl auch besonders deftige Dankesworte: „Mit der großen Silvesterfeier ist das Brandenburger Tor zu einer globalen Ikone geworden“, sagt Kieker. Er erwartet zwei Millionen Gäste. Zum Vergleich: Im Londoner Zentrum erleben jedes Jahr 250 000 Menschen das Feuerwerk. Auf der Champs-Élysées und am Eiffelturm feierten 2012 etwa 340 000 Menschen in das neue Jahr. Nach einer Umfrage des Reiseportals „Expedia“ verbringen die Deutschen ihren Weihnachts- und Neujahrsurlaub besonders gern in der Hauptstadt – gefolgt von New York, Hamburg und London.

Heino und Scooter auf der Hauptbühne

Über fast zwei Kilometer erstreckt sich die Party auf der Straße des 17. Juni, vom Großen Stern bis zum Brandenburger Tor. Auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor fehlt in diesem Jahr der ganz große internationale Star, die Musik ist deutsch geprägt – mit Heino, Peter Schilling, Matthias Reim und Scooter. Im vergangenen Jahr waren als Hauptact immerhin die Pet Shop Boys aufgetreten. Nach Kauschs Worten sei es egal, wer auftrete: „Die Leute würden auch kommen, wenn eine lila Kuh auf der Bühne steht.“ Der Eintritt ist frei – wenn er denn noch möglich ist. Bei Überfüllung werden Zugänge geschlossen, erfahrungsgemäß sind es die am östlichen Ende zuerst.

Punkt Mitternacht beginnt das Spektakel am Himmel, das in diesem Jahr elf Minuten anhalten soll. 6000 Feuerwerkskörper werden Profipyrotechniker abschießen. Privates Feuerwerk ist wie immer verboten, an den Eingängen werden Besucher kontrolliert. Wer doch Böller mitgebracht hat, darf die an besonderen „Abbrennplätzen“ zünden oder in einen Müllcontainer werfen. Auch Glasflaschen sind verboten.

Und nach Silvester? Kommt die Fußball-WM

Das Sicherheitskonzept für diese Massenveranstaltung hatte die Polizei vor dem Millenniumssilvesterfest entworfen. Seitdem musste es nur wenig modifiziert werden. Kausch ist dem damaligen Einsatzleiter der Polizei, Jürgen Schubert, noch heute für das weitsichtige Konzept dankbar. Denn Pannen oder Paniken hat es bislang in Berlin nicht gegeben, seit den vielen Toten bei der Love Parade in Duisburg ist das Thema vielen Menschen bewusst geworden. Polizei und Feuerwehr hatten nie viel Arbeit mit dem Fest.

Und nach Silvester? Kommt die Fußball-WM. Natürlich wieder mit einer Fanmeile auf der Straße des 17. Juni, natürlich wieder organisiert von Kausch. Sie startet mit den Spielen der deutschen Mannschaft, 13 Tage wird sie geöffnet sein. Zunächst wird nur der Abschnitt zwischen Brandenburger Tor und Yitzhak-Rabin-Straße bespielt, bei Erfolg ist eine Verlängerung bis zum Großen Stern möglich. „Hoffen wir, dass Deutschland ins Finale kommt“, sagt Kausch. Und dann kommt bereits das Jubiläumssilvester, Party Nummer 20.

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