Berlin : Jüdische Schülerinnen beschimpft Vier Frauen beleidigen Gruppe antisemitisch

Knapp eine Woche nach der brutalen Attacke auf einen Rabbiner am S-Bahnhof Friedenau hat es am Montag erneut eine antisemitische Tat gegeben: In Charlottenburg wurden am Montag jüdische Schülerinnen vor einer Turnhalle von vier jungen Frauen beleidigt.

Wie die Polizei Dienstag früh mitteilte, geschah der Vorfall bereits am Montag gegen 10 Uhr vor der Carl-Schuhmann- Sporthalle in der Schloßstraße. 13 Schülerinnen der nahe gelegenen jüdisch-orthodoxen Traditionsschule am Spandauer Damm standen mit ihrer Lehrerin vor der Turnhalle und sprachen hebräisch, als laut Polizei vier junge Frauen – etwa 15 bis 16 Jahre – die Gruppe beleidigten. Eine soll den Mittelfinger gezeigt haben, eine andere habe verächtlich auf den Boden gespuckt. Zudem seien die Schülerinnen als „Judentussen“ beschimpft worden. Anschließend fotografierten zwei der Verdächtigen, die sich in Begleitung von zwei jungen Männern befanden, mit ihren Handys die Schülerinnen, hieß es. Nach ersten Angaben eines Polizeisprechers hätten die mutmaßlichen Täterinnen „südländisch, arabisch“ ausgesehen, eine der Verdächtigen trug ein Kopftuch.

Die Lehrerin begleitete ihre Schülerinnen – zwischen 12 und 15 Jahre alt – zunächst in die Sporthalle. Dann kehrte sie zurück, um die Täterinnen zur Rede zu stellen. Doch diese waren bereits wieder fort. Laut Polizei zeigte die Schulleitung den Vorfall am Montagabend bei der Polizei an. Der Staatsschutz ermittelt.

Erst am vorigen Dienstag war der 53-jährige Rabbiner Daniel Alter im Beisein seiner siebenjährigen Tochter an der Grenze zu Friedenau auf der Straße von vier Jugendlichen umringt und beleidigt worden. Einer der „vermutlich arabischstämmigen Jugendlichen“, wie es bei der Polizei hieß, schlug dem Mann ins Gesicht und brach ihm das Jochbein. Die Täter sind noch nicht gefasst.

Gemeinderabbiner Yehuda Teichtal vom Chabad Lubawitsch – dem Träger der Schule – sagte: „Die Schüler sind sehr beunruhigt. Der Vorfall wird im Unterricht thematisiert.“ Er hoffe, dass die Tatverdächtigen bald gefasst und „zur Verantwortung gezogen werden“, sagt Teichtal. Denn es müsse deutlich gemacht werden, dass solche Beleidigungen nicht folgenlos bleiben. Dies sei an der Schule der erste Vorfall dieser Art gewesen. Entscheidend sei, dass mehr Toleranz und Verständnis für Menschen anderer Herkunft oder anderen Glaubens gelehrt wird. „Dies war nicht nur ein Angriff auf unsere Schülerinnen, sondern auf unsere Gesellschaft“, sagt der Rabbiner. tabu

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