Alternative Pop-Duo Nosoyo : „Es soll ja nachhaltig sein“

„6 or 7 weeks“ heißt die Single des Alternative Pop-Duos Nosoyo. Vor einer Woche haben wir sie auf ihrem ersten richtigen Konzert im Fluxbau begleitet.

Hanna Kroll
Daïm de Rijke und Donata Kramarz sind Nosoyo.
Daïm de Rijke und Donata Kramarz sind Nosoyo.Foto: promo

Es gibt Menschen, die quetschen ihre Songs zwischen aufwendige Choreos und Bühnenbilder und machen eine Show. Und es gibt welche, die haben nur ihre Instrumente und machen Musik. Nosoyo gehören zur zweiten Sorte. Donata Kramarz und Daïm de Rijke sind ehrlich.

Kennengelernt haben sich die beiden - nicht nur musikalisch ein Paar - beim Studium in Amsterdam. Damals spielten sie noch in einer siebenköpfigen Band in einem verstaubten Proberaum. „Der musste dringend mal gestrichen werden“, berichtet Donata. „Die anderen haben immer nur gequengelt, wir beide haben uns einfach angeguckt und gesagt: Komm, wir steigen jetzt ins Auto und holen jetzt zwei Eimer Farbe. Das war der Moment, als es bei uns geklickt hat. So: Wir wollen was machen und wir machen das jetzt. Nicht morgen, nicht irgendwann, sondern jetzt!“

Vor einem Jahr kam dann der Entschluss zum Umzug nach Berlin. „Amsterdam war uns einfach zu klein. Alles, was man in Amsterdam macht, bleibt gefühlsmäßig auch irgendwie dort“, sagt Daïm. Berlin sei da besser, auch weil sie hier Patrik Majer kennengelernt hatten, ihren jetzigen Produzenten.

Drums mit den Händen, Bass mit den Füßen, dazu singen

„In Berlin haben wir uns zunächst ins Studio verkrochen und viel experimentiert“, erzählt Donata weiter. „Auf einmal haben wir nicht mehr nur Vocals und Drums gemacht, sondern alles zusammen. Daïm hat zwischendurch mit den Händen Schlagzeug, mit den Füßen Bass gespielt und dazu noch gesungen.“ Auf Dauer war das natürlich keine Option, deshalb spielen sie live mit Multi-Instrumentalist Robert Kern.

Schließlich waren fünf Songs aufgenommen, und schnell war klar: „6 or 7 weeks“ wird die erste Single. „Das ist unsere Visitenkarte, es ist das zusammengefasst, was wir die ganze Zeit gemacht haben. Einfach das Gefühl: Wir sind da.“ Nosoyo vergleichen ihre Single mit einem Vogel: Die Leichtigkeit des Arrangements, der etwas schwerere Text - beides nimmt einen mit auf eine Reise, die gerade erst beginnt.

Mein Ziel ist, meine Musik im Supermarkt zu hören.

„Vor drei, vier Wochen haben wir unser Lied zum ersten Mal im Radio gehört. Wir sind aus dem Auto gestiegen, wollten die Instrumente auspacken, plötzlich schreit Robert: Nosoyo!, rennt zurück ins Auto und macht die Tür zu. Wir waren erst total verwirrt, haben uns dann auch wieder reingesetzt, das Radio ganz laut aufgedreht und gedacht: Wow, wir haben was hingekriegt.“

„Mein persönliches Ziel ist noch immer, meine Songs im Supermarkt zu hören. Dann kommt man zu Rewe, hört seine Musik und denkt: Oh, cool! Oder nicht Rewe, besser Bio Company, es soll ja nachhaltig sein. Das ist aber leider noch nie passiert“, erzählt Daïm.

Nun spielten sie auch erstmal im Fluxbau, dem gemütlichen Club vom Radiosender „FluxFM“ am Spreeufer. Aufgeregt? „Ja klar! Aber positiv. Es  ist das erste richtige Konzert mit dieser Besetzung und in dieser Länge. Neue Sachen, fremde Leute. Das wird cool.“

Pulsierende Beats und ganz viel Leidenschaft

Es war wirklich cool. Im Club ist es heiß, voll und laut. Gegen halb elf strömt der ersehnte Nosoyo-Sound durch die stickige Luft. Pulsierende Beats und prägnante Basslines werden zum eigenen Herzschlag, Donatas Stimme schwebt majestätisch auf einem unaufdringlichen Teppich aus Synthesizern. Transparent, exzentrisch, nicht zu fröhlich, aber eindringlich, tief und mit viel Leidenschaft.

Nosoyo leben ihre Musik. Schlicht, aber voller Hingabe stehen sie auf der Bühne und geben ihre gute Laune an das Publikum weiter. Es ist nie leicht, Songs zu spielen, die noch keiner kennt. Aber das war bei diesem Konzert vollkommen egal, mittanzen ging auch so. Highlight des Abends war natürlich „6 or 7 weeks“, als dann doch jeder mitsang und schon bei den ersten Tönen Jubel ausbrach.

Ein guter Abend, ein guter Start. Derzeit arbeiten Nosoyo an ihrem Debütalbum. Mehr zu hören gibt es also erst in „Si, si,si, six or seven weeks or maybe eight or nine...".

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