Kaltfront erreicht Berlin : Bis zu minus 10 Grad: Der strenge Frost kommt zurück

Es wird wieder eisig. Am Montag erreicht eine russische Kaltfront Berlin. Die ist zäh - und verstärkt lokal die Glätte.

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Im Berliner Südosten wie hier an der Dahme in Köpenick liegt der Schneematsch noch dick. Nun friert er wieder fest.
Im Berliner Südosten wie hier an der Dahme in Köpenick liegt der Schneematsch noch dick. Nun friert er wieder fest.Foto: dpa

Zurück aufs Eis. Matsch und Schmuddelwetter waren am Wochenende nur ein kurzes Intermezzo – ab Montag rutscht das Thermometer wieder rasch unter Null. Und in der Nacht zu Mittwoch soll es sogar bis zu zehn Grad minus absacken. Also: leichtfertig rausgestellte Blumentöpfe zurückschleppen, Obst und Gemüsekisten vom Balkon wieder reinholen, Pflanzen im Garten abgedeckt lassen. „Von Russland und Polen naht langsam, aber sicher eine Kaltluftfront“, sagt Wetterkundler Jörg Riemann vom Wetterdienst Meteogroup voraus. „Ab Montagvormittag erreicht sie Berlin.“

Dass die frostigen Luftmassen nach Westen drängen und die vorübergehend vom Atlantik herangewehten milderen Strömungen vertreiben, hängt laut Riemann mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet über den skandinavischen Ländern zusammen. Rund um eine solche Hochdruckwetterlage zirkuliere die Luft wegen der Erdumdrehung grundsätzlich im Uhrzeigersinn, erklärt er. Dabei entwickeln sich Winde, die in der Folge nun zunehmend die eisige Luft aus Osten vor sich herschieben und gen Westen nach Berlin und Brandenburg treiben. Am späten Sonntagnachmittag war die Kaltfront laut Jörg Riemann noch etwa 200 Kilometer vom östlichen Berliner Stadtrand entfernt.

Der Winter hat Berlin und Brandenburg im Griff
Unter einem Regenschirm vor dem Schneefall geschützt gehen Passanten am 11.01. über den Gendarmenmarkt.Weitere Bilder anzeigen
1 von 18Foto: dpa/ Soeren Stache
08.01.2017 09:03Unter einem Regenschirm vor dem Schneefall geschützt gehen Passanten am 11.01. über den Gendarmenmarkt.

In der Nacht zum Dienstag erwartet der Meteorologe bereits minus fünf Grad und überdies eisige Böen. Der Ostwind könne stark auffrischen, heißt es in der Vorhersage. Auch „ein paar Schneefälle“ schließt Riemann nicht aus. Womöglich bleibe es während des gesamten Februars frostig.

In den Außenbezirken ist und bleibt es glatt

Vor allem in den südöstlichen Stadtteilen, aber auch in anderen Randgebieten wird durch den Frost der Schneematsch wieder gefrieren, der dort noch besonders dick auf Nebenstraßen und Wegen liegt. Teilweise ist es schon seit Wochen glatt. Das Problem dürfte sich nun erneut verschärfen. Eine ähnliche Situation mit zu Eis verfestigtem Schnee hatte vor Jahren zu heftigen Debatten über die Qualität und Grenzen der Berliner Winterdienste geführt – und zu einer Änderung des Berliner Straßenreinigungsgesetzes. In dem heißt es seit Ende 2010 nun: „Eisbildungen, denen nicht ausreichend durch Streuen entgegengewirkt werden kann, sind zu beseitigen.“

Und das bedeutet: Kratzen und hacken. Das umstrittene Tausalz ist für Gehwege, Grundstücke und Nebenstraßen strikt verboten. Wer es dennoch einsetzt, riskiert hohe Geldstrafen. Grund dafür ist die giftige Wirkung des Salzes vor allem auf Straßenbäume. Die können bei sommerlicher Trockenheit durch salzigen Boden vom Wassernachschub abgeschnitten werden.

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