• Kein Personal für die Schleuse : Plötzensee fehlen Leute – bald wird ferngesteuert

Kein Personal für die Schleuse : Plötzensee fehlen Leute – bald wird ferngesteuert

Hier schleust nichts mehr: Die Anlage in Plötzensee wird noch den ganzen Monat zumindest tageweise gesperrt sein.

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Der Plötzensee.
Der Plötzensee.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Der Grund sei Personalmangel, sagte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin (WSA), Michael Scholz, am Dienstag. Auch in den vergangenen Tagen blieben die Schleusentore zeitweise geschlossen. Von sieben Mitarbeitern des Außenbezirks Spandau, der die Schleusen in Charlottenburg, Spandau und Plötzensee betreut, seien zwei länger krank. Nach einem drastischen Stellenabbau gebe es keine Reserven mehr. 1993 habe der Bundestag eine erhebliche Stellenkürzung bundesweit bei den Wasser- und Schifffahrtsdirektionen verlangt. Bis 2016 seien rund 40 Prozent der Stellen gestrichen worden.

Plötzensee nehme man außer Betrieb, weil die Schleuse auf anderen Routen umfahren werden könne, was aber auch länger dauere, sagte Scholz. Für den Umweg benötigen Fracht- und Passagierschiffe sowie Sportboote bis zu zwei Stunden mehr Fahrtzeit. Der Reinickendorfer Bundestagsabgeordnete Frank Steffel (CDU) hatte sich zuvor bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), der für die Wasserverwaltungen zuständig ist, für eine schnelle Lösung eingesetzt. Das Sperren der Schleuse beeinträchtige die Schifffahrt in Reinickendorf. Die Schleuse Plötzensee müsse technisch und personell so ausgestattet sein, dass der Betrieb komplett aufrechterhalten werden könne.

Tore per Handy regeln

Zumindest technisch ist ein Fortschritt in Sicht: Von 2018 an soll die Schleuse von Charlottenburg aus ferngesteuert werden. 2020/21 sollen dann alle 17 Anlagen zwischen Eisenhüttenstadt und Berlins City von Grünau aus überwacht werden – Folge des Personalabbaus. Eine Fernüberwachung gibt es bereits für die Ober- und Unterschleuse am Landwehrkanal. Gibt es dort kein Personal, können bei Fahrgastschiffen die Tore per Handy geregelt werden – überwacht von der Schleuse Mühlendamm.

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