Berlin : Kicken statt prügeln

Bei einem Straßenfußball-Turnier in Britz lernen Kinder und Jugendliche Regeln des Fairplay.

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34 Jungen und Mädchen sitzen im Kreis der Aula der Alfred-Nobel-Schule in Britz und schauen nach vorn auf den Mann in Jeans und weißem Hemd. „Viele von euch werden sich jetzt fragen: Was macht der Typ hier? Wir wollen doch Fußball spielen.“ Einige der Zwölf- bis 15-Jährigen nicken dem CDU-Innensenator zu. Frank Henkel besuchte am Sonnabend ein Streetsoccer-Turnier, das vom Verein „Tannenhof Berlin-Brandenburg“ organisiert wurde. Und bevor die sieben Teams aus der Britzer Schule, aus Neukölln und Kreuzberg in Fußballkäfigen gegeneinander antreten konnten, erarbeiteten sie in Workshops Regeln des „Fair Play“ wie „Behandle alle Spieler gleich, egal welche Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht oder Religion sie haben“ oder „Bleibe gelassen, auch wenn andere Leute dich provozieren“.

Gerade Sport spiele bei der Gewaltprävention eine wichtige Rolle, sagte Henkel, der im Rahmen seines Wertedialogs seit einem Jahr diverse Projekte in Berlin besucht, um mit Jugendlichen über ihre Erfahrungen mit Gewalt im Alltag zu diskutieren. Der 14-jährige Chadli aus Kreuzberg fragte Henkel, was man gegen die Dealer im Görlitzer Park tun könne, weil die „schon die Kleinen“ ansprächen. Henkel sagte, die beiden Razzien seien nicht die letzten gewesen. Er appellierte an die Anwohner, sich den Park zurückzuerobern wie das die Anwohnerinitiative Weinbergspark in Mitte erfolgreich geschafft hatte. „Was würdest du machen“, fragte Henkel Chadli. Der antwortete: „mehr Polizei“.

Seit Jahren organisiert der Tannenhof Straßenfußball-Turniere. Dabei ist der Verein auf Kooperationen mit Schulen angewiesen. Für Direktorin Renate Lecke war es kein Problem, ihre Schule am Sonnabend zu öffnen. Kurz vor Turnierstart wurde Henkel nach seinem Lieblingsverein gefragt. „Hertha und Union sowieso“, sagte er. „Im tiefsten Inneren“ aber sei er seit dem siebten Lebensjahr „Gladbach-Fan“. Sabine Beikler

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