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Kommt Bender? : Noch keine Entscheidung über BER-Chefposten

Wilhelm Bender gilt als Hoffnungsträger für den Pannen-Flughafen BER. Doch der Manager überlegt noch, ob er den Chef-Posten übernehmen soll. In den derzeit laufenden Verhandlungen geht es um Umfang und Bezahlung für Benders mögliches Engagement.

von , und Felix Lincke
Foto: dpa

Der frühere Chef des Flughafens Frankfurt am Main, Wilhelm Bender, hat am Wochenende mit dem Aufsichtsrat des Berliner Großflughafens BER über ein mögliches Engagement verhandelt. Aus der Landeshauptstadt Wiesbaden hieß es am Sonntag, Bender sei durchaus geneigt, für den BER zu arbeiten. Ob er dies als Geschäftsführer oder Berater tun wolle, wurde von Vertrauten Benders unterschiedlich bewertet. Bender selbst sagte am Sonntagnachmittag, er habe sich noch nicht entschieden. „Ich bin hier noch im Entscheidungsprozess“, sagte er am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. „Es ist noch keine Entscheidung gefallen.“

Am Sonntag wurde über Art, Umfang und Bezahlung eines möglichern BER-Jobs gesprochen, hieß es aus vertrauten Kreisen. Der 68-Jährige hatte sich beim Fraport zurückgezogen, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Zudem hat er in Hessen mehrere Ehrenämter inne.

Am Sonntag gab es unterschiedliche Meldungen. Von Insidern hieß es, Bender habe offenbar als Geschäftsführer zugesagt; andere dementierten das. Vom Land Brandenburg, dessen Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) neuer Aufsichtsratschef des BER ist, wurde eine Erklärung für einen unbestimmten Zeitpunkt in Aussicht gestellt. Eine Meldung der „FAZ“, Bender habe einen Wechsel am Rande des Balls des Sports in Wiesbaden nicht dementiert, zog die Zeitung im Laufe des Tages wieder zurück. Benders Sohn arbeitet bei der „FAZ“.

Vertraute von Bender berichteten, er habe im kleinen Kreis gesagt: „Ich kann das machen.“ Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass der BER Bender das Angebot unterbreitet hatte, als Geschäftsführer anzutreten. Demnach soll sich Bender Bendenkzeit über das Wochenende ausgebeten haben. Dass die Personalie überhaupt bekannt wurde, hatte zu Kontroversen im Aufsichtsrat und zu heftiger Kritik von Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit geführt. Zuletzt hatte es bereits mehrfach öffentliche Absagen für den Posten gegeben, wobei unklar war, ob die gehandelten Kandidaten überhaupt gefragt worden waren.

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft tagt das nächste Mal am 13. Februar. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), neuer Vorsitzender des Gremiums, hatte wiederholt betont, dass die Entscheidung über die Nachfolge für Schwarz vom Aufsichtsrat getroffen werde. Personaldebatten in den Medien würden prinzipiell nicht kommentiert, sagte Regierungssprecher Thomas Braune am Sonntag.

Am Freitag hatte sich der frühere Flughafen-Aufsichtsratschef Hans-Olaf Henkel in Berlin für Bender stark gemacht: „Wenn es gelänge, den Herrn Bender dazu zu bewegen, noch mal etwas fürs Vaterland zu tun, dann hätten wir wirklich einen Riesenfortschritt gemacht.“

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte, im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland brauche die neue Spitzenkraft eine „patriotische Berufung“. Der neue Geschäftsführer müsse „hervorragende Management-Fähigkeiten sowie wirtschaftliche, technische und soziale Kompetenz“ mitbringen, sagte Ramsauer der „Rheinischen Post“. (mit Robert Ide, Thorsten Metzner, Christian Tretbar, dpa)

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