Krankenlager Berlin : Beschäftigte der Verwaltung sind jährlich 38 Tage krank

Im Durchschnitt ist ein deutscher Arbeitnehmer jedes Jahr zwei Wochen krank. Von solch einem Gesundheitszustand kann die Berliner Verwaltung nur träumen. Die Zahl der jährlichen Krankentage pro Kopf steigt dort seit Jahren und ist mittlerweile bei 38 angelangt.

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Wenn es nicht mehr geht. In der Verwaltung sind viele oft krank.
Wenn es nicht mehr geht. In der Verwaltung sind viele oft krank.Foto: Imago

Die Beschäftigten der Berliner Verwaltung melden sich jährlich fünfeinhalb Wochen krank. Zum Vergleich: Die Kollegen in den Bundesbehörden fehlen knapp drei Wochen im Job, alle deutschen Arbeitnehmer sind jedes Jahr durchschnittlich zwei Wochen krank. Besonders anfällig sind die Berliner Beamten. Im Jahr 2012 waren sie durchschnittlich 41,7 Kalendertage wegen Krankheit entschuldigt, also rund sechs Wochen. Bei Krankschreibungen - anders als beim Urlaub - liegt den Berechnungen tatsächlich eine 7-Tage-Woche zugrunde. Die Zahlen für den öffentlichen Dienst Berlins gelten für 2012 und wurden von der Finanzverwaltung des Senats erhoben. Der interne Bericht liegt jetzt dem Abgeordnetenhaus vor.

Besonders Bedienstete über 60 sind viel krank

Ein Grund für den – im bundesweiten Vergleich – rekordverdächtigen Krankenstand dürfte in der Überalterung der Behörden liegen. Das Durchschnittsalter liegt bei 50 Jahren. Die neue Statistik stützt diese These: Die Bediensteten über 60 Jahre fehlten durchschnittlich 46,8 Kalendertage. Die unter 30-Jährigen nur 17,6 Tage.

Weitere Erkenntnisse sind: Die weiblichen Beamten und Angestellten sind öfter krank als ihre männlichen Kollegen. Und in den Bezirksämtern herrscht offenbar eine gesündere Atmosphäre als in den Senatsbehörden. Seit Beginn der statistischen Erhebung hat sich der Gesundheitszustand der Berliner Verwaltung kontinuierlich verschlechtert. Die Zahl der Krankentage stieg von 30,9 (2007) auf 37,8 (2012).

Besorgniserregend ist die Situation in der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, die allerdings nur noch über sieben Vollzeitstellen verfügt. Dort wurden rund 61 Krankentage pro Mitarbeiter registriert. Das sind fast sieben Wochen. Akuter Notstand herrschte 2012 in der Landeshauptkasse mit 98 Krankentagen bei den 30- bis 40-Jährigen und im Fischereiamt mit 138 Krankentagen bei den über 60-jährigen Mitarbeitern.

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