Kreuzberg : Umbau am Kottbusser Tor verzögert sich

Das Kottbusser Tor steht für rasende Radler, wild abbiegende Autos, Dealer am U-Bahneingang. Land und Bezirk wollen umbauen. Doch das dauert.

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Unfallschwerpunkt und Treffpunkt der Drogenszene: Am Kottbuser Tor gibt es regelmäßig Ärger.
Unfallschwerpunkt und Treffpunkt der Drogenszene: Am Kottbuser Tor gibt es regelmäßig Ärger.Foto: Mike Wolff

Radler fahren kreuz und quer, Autos biegen plötzlich ab, am U-Bahneingang stehen Dealer. Das Kottbusser Tor in Kreuzberg ist Unfallschwerpunkt und Treffpunkt der Drogenszene zugleich – Pläne zur Umgestaltung existieren seit Jahren. Doch getan hat sich bislang nichts. Immerhin soll es 2012 mit Verbesserungen für Radfahrer losgehen, kündigte Verkehrsstadtrat Hans Panhoff (Grüne) an.

So ist ein gesonderter Weg von der Kottbusser Straße direkt in die Admiralstraße geplant – eine Abkürzung, die viele Radler schon jetzt nehmen. Die Admiralstraße soll auch von der nördlichen Reichenberger Straße, die eine Fußgängerampel bekommt, mit einem Radweg verbunden werden. Die jetzigen provisorischen Ampeln sollen durch stationäre ersetzt werden. Wann genau es in diesem Jahr losgeht, sei aber ungewiss, sagte Panhoff. Derzeit herrsche Haushaltssperre, bis das Abgeordnetenhaus den Etat beschlossen hat. Der Stadtrat rechnet dann mit einer Bauzeit von einem halben Jahr. Die Pläne wurden den Kreuzbergern am Dienstagabend vorgestellt.

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Anstrengend, diese Senserei! Da braucht man mal eine Pause ... Brigitte Siegfried begegnete diesem Stillleben an der Jafféstraße in Westend.Weitere Bilder anzeigen
1 von 475Foto: Brigitte Siegfried
25.07.2017 12:14Anstrengend, diese Senserei! Da braucht man mal eine Pause ... Brigitte Siegfried begegnete diesem Stillleben an der Jafféstraße...

Der durchgehende Radweg westlich des Kottbusser Tors entlang Skalitzer und Gitschiner Straße ist seit Jahren geplant. Damit für die Radler auf der Straße als auch für Linksabbiegerspuren für Autos genug Platz sei, sollen sämtliche Parkplätze vom Straßenrand unter die Hochbahn verlegt werden, sagt Panhoff. Dies ist laut Panhoff erst möglich, wenn die BVG das Viadukt saniert habe. Allerdings stehe für die Bauarbeiten noch kein Termin fest.

Unklar ist auch die Eröffnung des Treffpunkts für Alkoholiker, der mit Toiletten und Getränkeausschank im nördlichen Teil der Mittelinsel entstehen soll. Man wolle sich in diesem Jahr um Gelder bemühen, sagte Bürgermeister Franz Schulz (Grüne). Wegen der Haushaltssperre rechnet er jedoch nicht mehr damit. Dafür öffnet laut Schulz im Frühjahr das Gesundheitszentrum in der Reichenberger Straße mit Drogenkonsumraum – der so gennannten Fixerstube – sowie medizinischer und sozialer Betreuung. Der alte Raum in der Dresdener Straße wurde vor einem Jahr geschlossen.

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