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Kriminalität in Berlin : "Extreme Steigerung" rechtsextremer Straftaten in Neukölln

Morddrohungen, Körperverletzung, Brandsätze: Im Szenekiez hat die politisch motivierte Kriminalität erhebliche Ausmaße angenommen. Nirgend sonst im Westen Berlins ist das Nazi-Problem so groß.

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Claudia und Christian von Gélieu mit den Resten ihres abgefackelten Autos in Rudow.
Claudia und Christian von Gélieu mit den Resten ihres abgefackelten Autos in Rudow.Foto: Thilo Rückeis

Im Berliner Bezirk Neukölln gab es seit dem Sommer 2016 mehr als 80 Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund. Das geht aus Daten der Senatsinnenverwaltung, des Berliner Registers und der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus hervor, die der Tagesspiegel gesichtet hat. Nach Einschätzung des Senats ist Neukölln der "am stärksten mit rechtsextremistischen Aktivitäten und Straftaten belastete Bezirk im Westteil Berlins", heißt es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Anne Helm (hier als PDF).

Die Koordinierungsstelle der Berliner Register, die rechte Straftaten dokumentiert, sieht eine „extreme Steigerung gegenüber den Vorjahren" und eine Welle der Einschüchterung, die man in keinem anderen Bezirk findet. Dokumentiert wurden eingeworfene Scheiben, Morddrohungen, Körperverletzung, Brandsätze. Mirjam Blumenthal von der Neuköllner SPD steht seit Januar unter Polizeischutz, nachdem ihr Auto brannte. 

"Die Nazis von Neukölln": Lesen Sie die ganze Geschichte über die Konflikte im Bezirk an diesem Sonntag im Tagesspiegel, im E-Paper oder im Online-Kiosk Blendle.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels legte eine Formulierung den Schluss nahe, dass die Zahl von mehr als 80 Straftaten unmittelbar aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung hervorgeht. Dabei handelte es sich um eine verkürzte Darstellung, die wir inzwischen korrigiert haben.

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