Krippen in Berlin : Ab Anfang August entfällt die Kita-Gebühr

Ab August werden Berliner Kitas und Eltern entlastet. Die geplante Beitragsfreiheit wird im ersten Schritt umgesetzt und das Personal soll gestärkt werden.

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Ab 1. August entfällt die Kita-Gebühr für viele Familien.
Ab 1. August entfällt die Kita-Gebühr für viele Familien.Foto: dpa

Die angekündigte Beitragsfreiheit für die Krippenkinder wird ab 1. August allmählich umgesetzt. Betroffen sind zunächst die Kinder, die 2014 oder früher geboren sind. Laut Jugendverwaltung betrifft dieser erste Schritt rund 27.000 Familien.

Ab 1. August 2017 entfällt die Gebühr dann auch für alle Kinder des Jahrgangs 2015. Komplett beitragsfrei wird die Krippe ab 1. August 2018 sein: Von diesem Zeitpunkt an muss auch für die Allerjüngsten nur das Mittagessen bezahlt werden. Nach Angaben der Bildungsverwaltung sparen die Eltern 2016 rund 13 Millionen Euro und 2017 rund 41 Millionen Euro. „Ich freue mich, dass wir Familien entlasten können“, sagte SPD-Fraktionschef Raed Saleh, der die Beitragsfreiheit in der Koalition durchgesetzt hatte.

Zusätzlich 20 Millionen Euro

Ebenfalls ab 1. August wird das Personal in den Krippen verstärkt: Dann betreut eine Erzieherin rechnerisch ein halbes Kind weniger als bisher. Dieser verbesserte Betreuungsschlüssel für die unter Dreijährigen kostet das Land in diesem Jahr zusätzlich 20 Millionen Euro. Bis 2019 erfolgen weitere personelle Verbesserungen. Dazu gehört, dass Kitaleiter stärker als bisher von Betreuungsaufgaben befreit werden. Zudem wird es Personalzuschläge für Kinder in sozial prekären Wohngebieten geben. „So können sich die Erzieherinnen und Erzieher besser um jedes einzelne Kind kümmern“, sagt Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) zu den personellen Verbesserungen. Mehr als eine Million Euro fließt zudem in die Einarbeitung der Erzieher, die als Quereinsteiger starten.

Berlins Eltern und ihre Suche nach einem Kitaplatz
Jana, 32 Jahre alt, selbstständige Heilpraktikerin aus Schöneberg und Emil, 2,5 Jahre alt: "Als ich im neunten Monat schwanger war, wurde mir bereits geraten, mich um einen Kitaplatz zu kümmern. Der Druck war enorm. Wir standen auf fünf Wartelisten, einige Kitas haben von vorneherein nein gesagt. Durch Vitamin B sind wir dann zu einem Platz gekommen: Eine Bekannte hatte gerade einen Kinderladen eröffnet. Da die Kinder dort nur bis zu ihrem dritten Lebensjahr bleiben dürfen, haben wir vor kurzem gewechselt – und sofort einen Platz bekommen. Auch mit dem neuen Kitaplatz sind wir sehr glücklich. Die Erzieher sind sehr engagiert, es gibt einen großen Garten, das Angebot – von Theater über Turnen – ist toll. Einzig der Nachmittagsschlaf auch bei älteren Kindern ist für die Eltern nicht immer von Vorteil. Die Kinder sind abends erst spät müde."Alle Bilder anzeigen
1 von 6Foto: Sandra Rudel
23.01.2014 13:37Jana, 32 Jahre alt, selbstständige Heilpraktikerin aus Schöneberg und Emil, 2,5 Jahre alt: "Als ich im neunten Monat schwanger...

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