Krisenfall Flughafen BER : Viel Lärm um viel - die Kosten explodieren

Es geht um eine halbe Milliarde Euro. Der Schallschutz rings um den neuen Flughafen BER wird wesentlich teurer. Wie ist es zu diesem Debakel gekommen ist und was daraus folgt: eine Bestandsaufnahme.

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Der neue Hauptstadt-Flughafen Willy Brandt in Schönefeld erlebt beim Schallschutz ein finanzielles Fiasko. Nach dem jüngsten Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg (OVG) muss das Lärmschutz-Programm für knapp 20 000 Anwohner wiederholt werden, weil die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) bisher mit der Bewilligung zu gering dimensionierter Schallschutzanlagen „systematisch“ gegen gegen den Planfeststellungsbeschluss verstößt.

Um wie viele Betroffene geht es?

In den Lärmschutzzonen um den Flughafen liegen 25 000 Wohnungen. Dort leben 40 000 Menschen, vor allem in Gemeinden an der Einflugschneise (Waßmannsdorf, Mahlow-Blankenfelde). Direkt betroffen sind 14 000 Wohnungen im so genannten Tagschutzgebiet – rund 20 000 Menschen, fast alle aus Brandenburg, einige hundert aus dem Süden Berlins.

Das Debakel um den neuen Flughafen in Bildern
Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Am 24.05.2013 wies er jedoch eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung des Eröffnungstermins im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses von sich. Doch nun, Mitte Dezember ist sein Comeback als Aufsichtsrat sicher.Weitere Bilder anzeigen
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13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

Welche Lärmschutzstandards gelten?

Der passive Lärmschutz ist – neben den Vorgaben für das Nachtflugverbot – im Planfeststellungsbeschluss geregelt. Der ist rechtskräftig vom Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) bestätigt. Festgelegt ist, dass in Wohnungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten die Schallschutzvorrichtungen gewährleisten müssen, dass bei geschlossenen Fenstern „keine höheren Maximalpegel“ als 55 dB gemessen werden, also kein normales Gespräch in Zimmerlautstärke wegen Fluglärm unterbrochen wird.

Dieser Grenzwert im Planfeststellungsbeschluss stand so im ursprünglichen Antrag der Flughafengesellschaft selbst. Das OVG hat jetzt bekräftigt, dass es „keinen Raum für Deutung“ gibt.

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