Berlin : Künstler verweigern Auszug aus der Brauerei

Initiative LA 54 hofft auf weitere Zwischennutzung in Friedrichshain.

Tor zu. Das Gelände liegt an der Landsberger Allee. Foto: Spiekermann-Klaas
Tor zu. Das Gelände liegt an der Landsberger Allee. Foto: Spiekermann-Klaas

Der Konflikt um die ehemalige Patzenhofer Brauerei an der Landsberger Allee 54 in Friedrichshain spitzt sich zu. Obwohl das Bauamt des Bezirks dem Pächter des Areals Daniel Künzel die weitere Nutzung des maroden Gebäudes aus brand- und bauschutzrechtlichen Gründen Anfang Oktober untersagt hat, weigert sich eine Gruppe von ansässigen Künstlern, die Ateliers zu verlassen.

Bei den Mängeln handele es sich um Kleinigkeiten, sagt Gustav Kleinschmidt, Sprecher der Initiative LA 54. Diese Einschätzung teilt das Bauamt jedoch nicht, es verweist auf fehlende Rettungswege, unzureichend gesicherte Treppenhäuser und einen nicht intakten Brandschutz. Kleinschmidt und seine Mitstreiter haben nun einen Architekten beauftragt, einen Bauplan zu erstellen. Durch die Behebung der Mängel, so ihre Hoffnung, könne man eine neue Nutzungsgenehmigung beantragen und mit dem Eigentümer des Areals, der Estavis AG, über eine weitere Zwischennutzung verhandeln. Nächste Woche will die Initiative ihre Pläne dem Bauamt vorlegen. Knapp 20 000 Euro, so ihre Schätzung, müsste man in die Sicherheit investieren.

Eine Investition, die sich nicht lohnt, findet Pächter Daniel Künzel: „Einige Leute wollen einfach nicht wahrhaben, dass der Eigentümer andere Pläne verfolgt und es an der Zeit ist, das Gelände zu verlassen.“ Auf dem 8400 Quadratmeter großen Areal will die Estavis AG Eigentumswohnungen bauen. Als Alternativstandort bietet Künzel den Künstlern daher ein Quartier in Hohenschönhausen an, unweit der Stasi-Gedenkstätte. Mit dem ist aber nicht jeder einverstanden. „Ein Umzug dorthin kommt für uns nicht infrage“, sagt Gustav Kleinschmidt. Wenn es mit der erhofften Zwischennutzung nicht klappt, wolle man sich lieber nach etwas Eigenem umschauen. hey

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