Kulturgutschutzgesetz : Monika Grütters lässt Hasso Plattners Kritik zurückweisen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat auf SAP-Mitgründer Hasso Plattner reagiert, der gedroht hat, seine Kunstsammlung abzuziehen. Seine Ankündigung sei nicht nachvollziehbar, sagte ein Sprecher.

Katharina Wiechers
Leere Hallen? So könnte er einmal aussehen, der wieder aufgebaute Palast Barberini in Potsdam. Ob er auch die Kunstsammlung von SAP-Mitgründer Hasso Plattner beherbergen wird, ist neuerdings fraglich. Plattner droht, seine Sammlung lieber in Kalifornien ausstellen zu lassen, sollte das Kulturgutschutzgesetz von Kulturstaatssekretärin Monika Grütters beschlossen werden.
Leere Hallen? So könnte er einmal aussehen, der wieder aufgebaute Palast Barberini in Potsdam. Ob er auch die Kunstsammlung von...Foto: promo

Für Potsdam wäre es eine Katastrophe, sollte Software-Milliardär Hasso Plattner seine Drohung wahr machen.

Wie berichtet will er sich weigern, seine wertvolle Kunstsammlung mit Werken von Monet bis Nolde im derzeit entstehenden Museum Barberini gegenüber vom neuen Landtagsschloss auszustellen, sollte tatsächlich das neue Kulturgutschutzgesetz in Kraft treten.

Erarbeitet wird dieses derzeit im Hause von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die nun mit deutlichen Worten auf Plattners Vorwürfe reagiert hat. Seine Ankündigungen seien „nicht nachvollziehbar“, teilte ihr Sprecher Hagen Philipp Wolf am Montag mit.

Und die Forderungen von Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der sich mit einem scharfen Brief an Grütters gewandt hatte, entbehrten gar „jeder sachlichen und inhaltlichen Grundlage“.

Bisher liegt erst ein Referentenentwurf des Gesetzes vor

Mit dem Gesetz, das derzeit noch den Status eines Referentenentwurfs hat, will die Bundesregierung die Ausfuhr von national wertvollen Kulturgütern beschränken. Wird ein solches an einen Sammler oder ein Museum außerhalb Deutschlands verkauft, soll geprüft werden, ob dies genehmigt wird oder ob das Werk von nationaler Bedeutung ist und im Land bleiben muss. Für den Handel außerhalb der EU gilt dies bereits, Verkäufe von Kunstwerken etwa in die USA werden schon jetzt reguliert.

Plattner sieht in dem Gesetz dennoch eine Gefahr für den Wert seiner Privatsammlung, die nach seinem Tod dauerhaft im Palast Barberini ausgestellt werden soll. Die Stiftung, der die Bilder dann gehören sollen, könnte diese dann womöglich nicht mehr ohne Weiteres verkaufen.

Plattner droht deshalb damit, im kalifornischen Palo Alto ein neues Museum zu bauen und seine Sammlung stattdessen dort auszustellen, sollte das Gesetz in Kraft treten. Rückendeckung bekommt er weiterhin von Oberbürgermeister Jakobs. Das Gesetz bedürfe einer radikalen Änderung oder müsse ganz vom Tisch, betonte sein Sprecher Stefan Schulz am Montag erneut. Er glaube nicht, dass Hasso Plattner durch Worte zu besänftigen sei. „Es müssen jetzt Taten folgen.“

Beim Bund versteht man die Aufregung nicht

Beim Bund will man die Aufregung hingegen nicht verstehen. „Die Bedenken von Herrn Plattner bezüglich seiner Kunstsammlung in Potsdam sind vollkommen unbegründet und haben sachlich nichts mit der aktuellen Novellierung des Kulturschutzgesetzes zu tun“, so Grütters Sprecher Wolf.

Schon jetzt gebe es Listen mit Werken, die vor einer Ausfuhr überprüft werden müssen. Zuständig seien dafür seit 1995 die Bundesländer, und bisher habe Brandenburg keines von Plattners Werken gelistet. Dies könnte allerdings auch daran liegen, dass sich ein Großteil der Werke des SAP-Mitbegründers in den USA befindet. Und sollten sich die Wogen nicht glätten, wird das womöglich auch so bleiben.

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